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September 2019

Reanimationstraining in der Hildener Fußgängerzone

St. Josefs Krankenhaus Hilden beteiligt sich an Woche der Wiederbelebung

Chefarzt Dr. Oliver Axmann vom St. Josefs Krankenhaus Hilden übte in der Hildener Fußgängerzone mit Passanten die Herzdruckmassage.

Wie vielen Passanten er in der Hildener Fußgängerzone erklärt und gezeigt hat, wie eine Herzdruckmassage funktioniert, kann Dr. Oliver Axmann vom St. Josefs Krankenhaus Hilden am Ende des Tages gar nicht sagen. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, der Ansturm auf unseren Infostand war größer als erwartet.“ Fünf Stunden lang erläuterte der Chefarzt der Zentralen Aufnahmeeinheit (Notaufnahme) wieder und wieder, worauf es bei einer Reanimation ankommt. Anlass für die Aktion war die bundesweite Woche der Wiederbelebung.  

„Im Notfall beginnen viele Ersthelfer nicht mit der Reanimation, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen“, weiß Dr. Oliver Axmann aus Erfahrung. „Dabei ist das der größte Fehler.“ Denn beim plötzlichen Herztod kommt es auf die ersten fünf Minuten an. „Wird bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes keine Herzdruckmassage durchgeführt, sieht es für den Betroffenen schlecht aus.“ Wie unsicher sich viele Menschen bei diesem Thema sind, zeigten auch die Reaktionen der Passanten. „Ich weiß überhaupt nicht, was ich im Notfall machen soll. Ich kann das gar nicht“, lautete eine Aussage, die der Notfallmediziner im Minutentakt hörte. Entsprechend gut kam die Möglichkeit an, direkt vor Ort an einer Puppe die Wiederbelebung zu üben. „Wir haben uns schon so oft vorgenommen, unser Wissen in einem Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen“, erzählt ein Ehepaar. „Toll, dass wir das jetzt hier machen können.“  

Wer zum Ersthelfer wird, sollte zunächst die Atmung des Betroffenen kontrollieren. Atmet dieser nicht mehr oder sehr unregelmäßig, muss sofort der Rettungsdienst unter 112 angerufen werden. Anschließend gilt es, zügig mit der Herzdruckmassage zu starten. Dabei sollten die Handballen auf der Brustmitte platziert werden, um dann das Brustbein 100 bis 120 Mal pro Minute etwa fünf Zentimeter tief einzudrücken. „Der Rhythmus von Songs wie Stayin Alive oder Atemlos durch die Nacht passt da wunderbar zu“, rät Dr. Oliver Axmann. „Wichtig ist, die Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchzuhalten.“ Weil das eine große Anstrengung bedeutet, sollten möglichst weitere Helfer zum Abwechseln hinzugerufen werden. Grundsätzlich gilt: Die Herzdruckmassage ist wichtiger als die Beatmung. „Beatmen ist deutlich schwieriger und Laien verlieren damit oft kostbare Zeit. Wer geübt ist, kann 30 Mal drücken und 2 Mal beatmen“, so Dr. Oliver Axmann.    



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