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Juli 2019

Die Jahreskampagne der Caritas hat ein Solinger Gesicht

Altenpfleger Christian Stockhausen (29) arbeitet im St. Joseph Altenheim und wirbt für die Digitalisierung in der Pflege

Altenpfleger Christian Stockhausen aus dem St. Joseph Altenheim ist das Gesicht der Jahreskampagne der Caritas. Einrichtungsleiterin Andrea Völzmann (li.) und Qualitätmanagementleiterin Gabriele Heller präsentieren mit ihm das Kampagnen-Plakat.

Eigentlich leitet der Solinger Altenpfleger Christian Stockhauen einen Wohnbereich im St. Joseph Altenheim im Stadtteil Ohligs. Als Gesicht der Jahreskampagne 2019 der Caritas zum Thema „Sozial braucht digital“ wurde er aber zum Model und lächelt seitdem deutschlandweit von Plakaten, Flyern und Postkarten. Eine Reportage auf der Kampagnen-Webseite erzählt, warum ihm das Thema Digitalisierung so wichtig ist und welche Chancen sie der Pflege bietet.  

„Einen ganzen Tag haben wir in Berlin an den Fotos und einem Video gearbeitet“, berichtet der 29-Jährige. „Das Shooting und der Dreh waren wahnsinnig professionell, so hatte ich mir das gar nicht vorgestellt.“ Zum Gesicht der Kampagne wurde er durch eine Anfrage an die Unternehmenskommunikation der Kplus Gruppe, zu der das St. Joseph Altenheim gehört. „Uns war wichtig zu zeigen, dass Pflege auch männlich ist“, erklärt Gabriele Heller, Leiterin Qualitätsmanagement der Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe. „Deshalb wollten wir der Caritas einen Altenpfleger vorschlagen und konnten Christian Stockhausen intern für das Thema gewinnen.“  Daraufhin wurde eine kurze Bewerbung samt Foto an die Caritas Deutschland geschickt und einige Wochen später stand fest: Der Solinger darf der Pflege ein Gesicht verleihen und von seinen Erfahrungen mit der Digitalisierung erzählen.  „Ich unterstütze die Kampagne gerne, weil die Dokumentation digital wesentlich schneller und besser funktioniert“, sagt Christian Stockhausen. „Wir sparen dadurch Zeit, die wir dann für die direkte Arbeit mit den Bewohnern nutzen können.“ Ginge es nach ihm, würden mit Papier gefüllte Ordner schon bald der Vergangenheit angehören: „Ich fände es toll, wenn wir es schaffen würden, komplett papierlos zu arbeiten.“ Schließlich wäre das auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Aber auch, wenn es noch nicht ganz ohne Papier geht, stehen die Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe der Digitalisierung offen gegenüber. So wurde bereits eine spezielle Software eingeführt, die Dokumentation und Organisation deutlich vereinfacht. In jedem Wohnbereich hängen Monitore mit Touchscreen-Funktion, an denen sich die Pflegekräfte mit personalisierten Sticks einloggen können. Per Klick können Sie dann beispielsweise eingeben, welche pflegerischen Schritte sie erledigt haben oder wie viele Kalorien ein Bewohner zu sich genommen hat.

 „Früher hatten wir einen dicken Ordner mit unzähligen Barcodes für die verschiedenen Schritte“, erinnert sich Christian Stockhausen. „Da mussten wir dann die passenden heraussuchen und einzeln einscannen. Das waren manchmal so viele, dass man gar nicht mehr wusste, welche schon gescannt sind und welche nicht.“ Einen tollen Fortschritt stellt für ihn auch das Projekt „ePflegebericht“ des Ärztenetzwerks Solimed dar. Es ermöglicht, die Krankendaten der Bewohner zentral zu sammeln, um Krankheitszusammenhänge besser erkennen zu können und vereinfacht die Kommunikation. „Wenn ich eine Rückfrage an einen Arzt habe, kann ich ihm eine Nachricht schicken, die er dann direkt auf seinem Bildschirm sieht“, erzählt Christian Stockhausen begeistert. „Ich bekomme viel schneller eine Rückmeldung und kann mich dann auch entsprechend schneller um den Bewohner kümmern.“

 „Die eigentliche Pflege unserer Bewohner wird aber niemals digitalisiert werden können“, betont Einrichtungsleiterin Andrea Völzmann. „Der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch ist durch nichts zu ersetzen.“



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