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Juni 2019

Neue ILCO-Selbsthilfegruppe für Stomaträger in Haan gegründet

Menschen mit künstlichem Darm- oder Blasenausgang treffen sich monatlich im St. Josef Krankenhaus Haan

Michael Schmidt (links) von der Deutschen ILCO hat in Haan eine Selbsthilfegruppe für Stomaträger ins Leben gerufen. Unterstützt wird er von Dr. Thomas Ehmann (rechts), Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josef Krankenhaus Haan und Oberärztin Kirsten Reiter.

Egal ob er nur für eine gewisse Zeit oder dauerhaft benötigt wird – ein künstlicher Darm- oder Blasenausgang (Stoma) ist immer mit einer schweren Krankheit verbunden und stellt das Leben der Betroffenen auf den Kopf. Hilfe in dieser Situation bietet mit der Deutschen ILCO eine der bundesweit größten Selbsthilfeorganisationen. In Haan hat sich jetzt eine neue ILCO-Selbsthilfegruppe für Stomaträger, Darmkrebspatienten und Angehörige gegründet. Die Gruppe trifft sich an jedem vierten Mittwoch im Monat um 16 Uhr im St. Josef Krankenhaus Haan. Weitere Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen.  

„Wer gerade erst seine Diagnose oder ein Stoma erhalten hat, kann viel von Menschen erfahren, die schon länger betroffen sind“, erklärt Michael Schmidt, Regionalsprecher der ILCO Region Bergisch Land. Er betreut neben der neuen Gruppe in Haan auch die bereits seit längerem bestehenden in Solingen, Remscheid, Wuppertal und Velbert und hat schon oft miterlebt, wie stärkend und hilfreich der Besuch der monatlichen Treffen sein kann. „Beispielsweise verändert sich ein Stoma mit der Zeit“, sagt Michael Schmidt. „In der Gruppe gibt es vielleicht jemanden, bei dem es ähnlich war und der gute Tipps zum Umgang damit geben kann.“ Aufzuklären und Hilfestellungen zu geben, sei das Ziel. Betroffene fordert er deshalb auf: „Kommt und sprecht miteinander.“  Vorteilhaft findet der ILCO Regionalsprecher auch, dass die Treffen direkt im Krankenhaus stattfinden. „Das Schöne daran ist die Nähe zu den Fachleuten.“ Immer wieder kommen die Spezialisten des St. Josef Krankenhauses Haan zu Gruppentreffen, um einen Vortrag zu halten oder Fragen zu beantworten.

Dr. Thomas Ehmann, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, unterstützt die Selbsthilfegruppe gerne. Gemeinsam mit seinem Team operiert er im St. Josef Krankenhaus Haan viele Patienten, die aufgrund von Darmkrebs oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa einen künstlichen Darmausgang benötigen. „Insbesondere die dauerhaften Stomata sind aber heute seltener erforderlich, als noch vor einigen Jahren“, weiß der Chirurg. Vor allem bei Darmkrebs könne der Ausgang nach einigen Wochen oder Monaten häufig wieder zurückverlegt werden. Unter anderem deshalb ist die Selbsthilfegruppe nicht auf Stomaträger beschränkt. „Nach einer Rückverlegung ist nicht alles sofort wieder normal und die Diagnose Krebs ist grundsätzlich ein Schock, mit dem die ganze Familie erstmal umgehen muss“, erzählt Michael Schmidt. Deshalb bietet die Deutsche IICO auch an, dass Mitglieder der Selbsthilfegruppen in die Krankenhäuser kommen und dort Patienten besuchen, die gerade erst von ihrer Erkrankung erfahren haben. „Vor der Operation kann es helfen mit jemandem zu sprechen, der das Gleiche durchgemacht hat und weiß, was auf den Patienten zukommt“, erklärt Michael Schmidt.

Operationen bei Darmkrebs zählen zu den Spezialgebieten der Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Josef Krankenhaus Haan. „Wir liegen hier zahlenmäßig im sogenannten High-Volume-Bereich und sind mit größeren Häusern vergleichbar“, sagt Dr. Thomas Ehmann. Grundsätzlich führt das Team diese Operationen bis auf wenige Ausnahmen immer laparoksopisch – also minimal-invasiv – durch. „Die aktuelle Datenlage zeigt, dass das Langzeitüberleben bei laparoskopisch operierten Patienten signifikant besser ist“, betont der Chefarzt. Darüber hinaus seien die Eingriffe blutärmer und das Immunsystem der Patienten werde weniger beansprucht.“



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