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Mai 2019

St. Lukas Klinik: Meilenstein in der Schlaganfall-Versorgung

Das Solinger Krankenhaus erreicht die Zertifizierung zur überregionalen Stroke und verbessert damit die Behandlung nach einem Schlaganfall.

Chefarzt Prof. Dr. Marcel Dihné und der pflegerische Leiter David Schott sind stolz, dass das Schlaganfallzentrum Kplus an der St. Lukas Klinik in Solingen zur überregionalen Stroke Unit zertifiziert wurde.

Stellvertretend für das Team der Stroke Unit stehen Prof. Dr. Marcel Dihné, Chefarzt der Neurologie an der St. Lukas Klinik, und der pflegerische Leiter der Intensivstation David Schott (re.) für die Versorgung von Patienten nach einem akuten Schlaganfall. Foto: Kplus Gruppe

Es ist ein Meilenstein – für die St. Lukas Klinik und die Schlaganfallpatienten in und um Solingen. Die Schlaganfallstation des Krankenhauses in Solingen-Ohligs wurde als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Schon als Prof. Dr. Marcel Dihné 2013 als Chefarzt die Leitung der Neurologie an der St. Lukas Klinik übernahm, war sein Ziel die überregionale Stroke Unit. Zu diesem Zeitpunkt war die Neurologie bereits als regionale Stroke Unit mit dem Versorgungsauftrag für Solingen und den Kreis Mettmann anerkannt. „Die Region um Solingen war im Prinzip leer“, sagt der Neurologe. Patienten, bei denen ein Blutgerinnsel in den hirnversorgenden Gefäßen nicht medikamentös aufgelöst werden konnte, mussten nach Düsseldorf, Wuppertal oder Essen verlegt werden.


Die Zeiten sind vorbei seit im letzten Jahr die Radprax direkt in der St. Lukas Klinik rund eine Million Euro investierte und die Neuroradiologie etablierte. Lange Verlegungsfahrten in die anderen Zentren gehören nun der Vergangenheit an. Das spart Zeit. Zeit, die für die Patienten entscheidend sein können. Es sind die sprichwörtlich kurzen Wege, die im Schlaganfallzentrum bestimmend sind. „Außerdem sind wir ein gut eingespieltes Team“, sagt Dr. Andree Boldt, Regionalleiter der Radprax für die Standorte Solingen und Hilden.


In jeder Minute ohne ausreichende Blutversorgung sterben Nervenzellen ab. Je weniger Zeit vergeht bis die Durchblutung wieder hergestellt ist, desto weniger Folgen des Schlaganfalls sind für den Patienten zu erwarten. Daher sind die Abläufe im Schlaganfallzentrum klar geregelt. Jedem, der an der Behandlung beteiligt ist, ist seine Aufgabe klar. Es ist ein hoher Aufwand, der im Schlaganfallzentrum gefahren wird: hoch spezialisierte Neurologen und Neuroradiologen, Anästhesisten, spezialisierte Pflegekräfte, Therapeuten, Sozialdienst – alle arbeiten Hand in Hand und gegen die Uhr.
Die Zahl der Patienten, die mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall in die St. Lukas Klinik eingeliefert werden, steigt in den letzten Jahren stetig an. Waren es 2011 noch 1100 Patienten lag sie 2018 bereit bei über 1500. Rechnet man die dazu, die mit Schlaganfall-Symptomen eingeliefert werden, bei denen sich aber im Laufe der Diagnostik eine andere Erkrankung herauskristallisiert, liegt man bereits bei 1745 Fällen. „Bis die andere Ursachen gesichert ist behandelt wir aber auch diese Patienten so als hätten sie einen Schlaganfall“, betont Prof. Dr. Marcel Dihné.


Erst 2016 wurde die Zahl der neurologischen Betten von 68 auf 78 erhöht, allein sieben davon für die Stroke Unit. Durch die überregionale Bedeutung in der Schlaganfallversorgung werden jetzt erneut zwei Betten für die Akutversorgung aufgestockt. „Wir werden zukünftig 14 Betten haben“, sagt Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker. Zusätzlich werden vier Intermediate Care-Betten als Überwachungsbetten zwischen Intensiv- und Normalstation die Versorgung optimieren.
Dazu werden Umbaumaßnahmen erforderlich. Bis Ende des Jahres sollen Stroke Unit, Intensivstation und Intermediate Care strukturell, baulich und personell als eigenständige Bereiche geführt werden. 500.000 Euro wird die Umstrukturierung die St. Lukas Klinik kosten. „Mehr Kollegen brauchen wir auch“, sagt David Schott, der als pflegerischer Leiter der Intensivstation jetzt für 52 Kolleginnen und Kollegen verantwortlich ist.



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