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April 2019

Zwei Millionen Euro investiert: St. Lukas Klinik auf dem Weg zur „Spitzen-Gastroenterologie“

1,2 Millionen Euro haben die neuen medizinischen Geräte für die Funktionsdiagnostik in der St. Lukas Klinik in Solingen gekostet, 800 000 Euro die Baumaßnahmen. Dafür profitieren Patienten von einem erweiterten Diagnose-Angebot, moderner Technik, mehr Platz und verbesserten Abläufen durch räumliche Veränderungen.

Präsentierten die neue Funktionsdiagnostik (von links): Florian van Herk (stv. Technischer Leiter Kplus Gruppe), Dr. Gia Phuong Nguyen (Chefarzt), Thorsten Kanitz (Technischer Leiter Kplus Gruppe), Magaretha Dresen-Kuchalski (Pflegerische Leitung Endoskopie).

„Wir möchten Spitzen-Gastroenterologie bieten“, bringt Klinikdirektor Johannes Wecker auf den Punkt, warum die St. Lukas Klinik Solingen zwei Millionen Euro in die Funktionsdiagnostik investiert hat. „Die Schwerpunkte unserer Inneren Medizin liegen in der Gastroenterologie und Kardiologie. Jetzt sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, uns in diesen Bereichen weiter zu spezialisieren.“ Schließlich zählen funktionsdiagnostische Untersuchungen wie Magen-, Darm- oder Gallenspiegelungen sowie EKG oder Schluckecho hier zu den wichtigsten Maßnahmen.  

In einer Nettobauzeit von 18 Monaten wurde der Bereich von 520 auf 620 Quadratmeter vergrößert und die Raumstruktur an die alltäglichen Abläufe angepasst. Dort wo früher der Chefarzt der Inneren Medizin Dr. Gia Phuong Nguyen in seinem Büro die Schreibtischarbeit erledigte, steht nun eine Durchleuchtungsanlage. Diese wird beispielsweise genutzt, um mittels Kontrastmittel die Beweglichkeit von Speiseröhre, Magen oder Darm zu untersuchen – eine Möglichkeit, die es bislang in der St. Lukas Klinik nicht gab. Besonders ist die Liegefläche der Anlage, die in der Quer- und Längsachse beweglich ist. Dadurch können die Patienten während der Untersuchungen deutlich schonender in die richtige Position gebracht werden, was Komplikationen verringert.  

„In der Gastroenterologie hat sich in den vergangenen Jahren unglaublich viel entwickelt“, erklärt Dr. Gia Phuong Nguyen. „Wir führen mehr Untersuchungen und Eingriffe durch, die auch komplexer sind und entsprechend länger dauern.“ Die Zahl der Räume für Endoskopien wurde deshalb von zwei auf vier verdoppelt. Zugleich betont der Chefarzt, dass ihm eine ganzheitliche Versorgung der Patienten wichtig ist. „In der St. Lukas Klinik gibt es einen geriatrischen Schwerpunkt und mit dem Alter steigt die Zahl der Krebserkrankungen. Neben Onkologie und Chirurgie passt da auch die Gastroenterologie sehr gut ins Profil.“    

Für die Pflegekräfte ist die erweiterte Funktionsdiagnostik eine „attraktive Herausforderung“, bestätigt Margarethe Dresen-Kuchalski, pflegerische Leiterin der Endoskopie. „Nach Jahrzehnten in meinem Beruf durfte ich noch einmal viel Neues lernen.“ Gemeinsam mit ihren Kollegen wurde sie in den neuen Verfahren geschult, denn die Untersuchungen erfordern oft einiges an Geschick. „Mit der sogenannten ERCP können wir Steine aus den Gallengängen entfernen“, nennt Margarethe Dresen-Kuchalski ein Beispiel. „Der Führungsdraht des Endoskops ist dabei vier Meter lang, damit wir auch feinste Verästelungen erreichen können.“ Aber auch in die Planung der Baumaßnahmen war die erfahrene Pflegekraft involviert. „Die Kommunikation vor und während der Bauphase  war immens wichtig“, sagt Florian van Herk, stellvertretender technischer Leiter der Kplus Gruppe, zu der die St. Lukas Klinik gehört. „Gemeinsam mit Klinikdirektion, Chefarzt und Pflegeteam haben wir ein Konzept erstellt, damit wir alle Bauabschnitte für die Nutzer der Räume und die Handwerker gut planen konnten.“ Insgesamt wurden die Maßnahmen in neun Abschnitte unterteilt, damit der Klinikbetrieb möglichst ungestört weiterlaufen konnte. „Es ist auch vorgekommen, dass ein Maler gekommen ist, um eine einzelne Wand zu streichen“, berichtet Thorsten Kanitz, technischer Leiter der Kplus Gruppe. „Aber dann konnte dort wieder ein wichtiges Gerät oder ein Bett stehen.“ 30 Gewerke und Firmen musste Thorsten Kanitz mit seinem Team organisieren. Insgesamt wurden 10 000 Arbeitsstunden geleistet und 500 Liter Farbe, 50 Kilogramm Trockenbauschrauben und mehr als vier Kilometer Kabel verarbeitet.



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