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April 2019

Sascha Wihstutz ist Chefarzt der Geriatrie in Leverkusen

Der 49-Jährige übernimmt die Leitung der Akutgeriatrie und der geriatrischen Tagesklinik im St. Josef Krankenhaus Wiesdorf.

Der Internist und Geriater Sascha Wihstutz leitet die Akutgeriatrie und Geriatrische Tagesklinik am St. Josef Krankenhaus Wiesdorf.

Neuer Chefarzt der Geriatrie am St. Josef Krankenhaus in Leverkusen-Wiesdorf: Sascha Wihstutz. Foto: Kplus Gruppe

Alter ist keine Krankheit. Trotzdem ist das Altern oft mit einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen verbunden. Die Altersmedizin, die Geriatrie, beschäftigt sich mit den vielfältigen Krankheiten, die mit dem Altern einhergehen können. Erst spät hat Sascha Wihstutz die Faszination für die Spezialdisziplin innerhalb der Medizin entdeckt, die sich mit dem alternden Menschen beschäftigt. „Ich sah mich in der Intensivmedizin und war zunächst erstaunt, als mein damaliger Chef mit für die Geriatrie begeistern wollte“, sagt Sascha Wihstutz. Aus der anfänglichen Skepsis ist eine große Leidenschaft für das oft unterschätzte Fach geworden, eine Leidenschaft, die er gern an die junge Medizinergeneration weitergeben will.

Die diagnostischen Möglichkeiten im Wiesdorfer Krankenhaus sollen ausgebaut werden. „Eine gute Diagnostik ist die Basis für die weitere Behandlung“, so der neue Chefarzt der Geriatrie. Gerade die Verflechtungen unterschiedlicher, oft chronischer Erkrankungen müssen in der Behandlung berücksichtigt werden. Ebenso wie das soziale Umfeld. Das gehe nur im Team. Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapie, Logopäden, Psychologen und der Sozialdienst – nur gemeinsam könne man individuell für jeden einzelnen Patienten die beste Option herausfiltern.

Geriatrie ist eine vergleichsweise junge Fachdisziplin. Erst vor etwa 25 Jahren entwickelten sich die ersten altersmedizinischen Abteilungen in Deutschland. „Die Senioren haben keine Lobby“, sagt Sascha Wihstutz. Es gebe wenige Studien beispielsweise über die Wirkung von Medikamenten bei Menschen jenseits der 65. In jedem Beipackzettel fände man andere Dosierungen für Kinder, deren Organe noch nicht voll ausgebildet sind. „Bei alten Menschen, deren Organe die Wirkstoffe langsamer abbauen, fehlt das eigentlich immer.“ Während man bei jungen Menschen auch immer die Langzeitfolgen zum Beispiel bei Diabetes mellitus oder Bluthochdruck im Blick haben müssen, wäre bei über 80-Jährigen die aktuelle Situation in den Mittelpunkt zu rücken. „Ein niedrig eingestellter Blutdruck soll jungen Menschen ein langes Leben bringen, bei einer 95-Jährigen kann er aber zu Schwindel und damit zu Stürzen führen.“

Krankenhaus-Direktorin Daniela Becker freut sich über den nahtlosen Übergang nach dem Ausscheiden von Dr. Ingo Reinecke, der über sechs Jahre die Geriatrie in Wiesdorf geleitet hatte. „Das ist gerade in der Geriatrie keine Selbstverständlichkeit“, betont sie. Der neue Chefarzt pflichtet bei: „Als Geriater habe ich viele Angebote bekommen, aber das St. Josef Krankenhaus in Wiesdorf hat mich überzeugt.“ Seine Vision hätte perfekt mit der des Trägers übereingestimmt. „Ich möchte hier ein Haus formen, das diagnostisch breit aufgestellt ist und das Können auch an den medizinischen Nachwuchs weitergibt.“ Davon profitieren dann auch die Patienten.

Über Berlin, Mainz, die Eifel und den Taunus führte der Weg von Sascha Wihstutz jetzt nach Leverkusen, wo eine große Abteilung mit 89 akutgeriatrischen Betten und 18 tagesklinischen Plätzen auf ihn wartet. Eine Herausforderung, der er nicht nur gern annimmt, sondern sich auch darauf freut.



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