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April 2019

25 Jahre Grüne Dame: „Es macht Spaß und gibt mir viel“

Seit einem Vierteljahrhundert kommt Maria Hein ehrenamtlich für einen Vormittag pro Woche in das St. Josef Krankenhaus Leverkusen, um den Patienten etwas von ihrer Zeit zu schenken.

Seit 25 Jahren ist Maria Hein ehrenamtlich im St. Josef Krankenhaus Wiesdorf tätig.

Maria Hein engagiert sich seit 25 Jahren als Grüne Dame im St. Josef Krankenhaus Wiesdorf.

„Bis ich nicht mehr kann.“ Maria Hein muss nicht lange überlegen, wenn sie gefragt wird, wie lange sie das denn noch machen will. Seit 25 Jahren kommt die inzwischen 83-jährige Kölnerin jede Woche für einen Vormittag in das St. Josef Krankenhaus in Wiesdorf, besucht Patienten, erledigt kleine Besorgungen für sie, begleitet sie zur Kapelle oder kümmert sich auch mal um die schmutzige Wäsche. Sie gehört zu den elf Damen und zwei Herren, die sich ehrenamtlich in der Ökumenischen Krankenhaushilfe engagieren. Als Erste feiert sie nun ihr 25. Dienstjubiläum und erhält zu diesem Anlass sogar das Elisabeth-Kreuz – die höchste Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement der Caritas.  

„Ich musste irgendwas tun, weil es mir so gut ging“, erzählt Maria Hein. Zunächst fragte sie in einem Kölner Seniorenheim an, ob sie helfen könne, wurde dort aber abgewiesen. „Dann hat meine Schwägerin vom ihrem Ehrenamt im St. Josef Krankenhaus geschwärmt und ich habe mich auch dort gemeldet.“ Bereut hat sie das bis heute nicht. „Die Arbeit macht Spaß und gibt mir viel. Man wird auch selbst sehr zufrieden, wenn man sieht, was andere durchmachen“, berichtet die Ehrenamtliche und fügt lachend hinzu: „Ich helfe lieber anderen, als selbst auf der Nase zu liegen.“ 

Zu den Aufgaben der sogenannten Grünen Damen und Herren zählen aber keine pflegerischen Aufgaben. Sie verschenken einfach etwas von ihrer Zeit an die Patienten. Wie diese dann genutzt wird, ist ganz unterschiedlich. „Es kann vorkommen, dass ich kaum im Krankenhaus bin, weil ich zum Supermarkt gehe und dort ein paar Kleinigkeiten für Patienten einkaufe“, berichtet Maria Hein. Ein anderes Mal liest sie vor oder singt gemeinsam mit den Kranken alte Lieder. „Das bereitet vor allem Menschen mit Demenz oft Freude“, weiß Gisela Reinmuth, die Leiterin der Ökumenischen Krankenhaushilfe am St. Josef Krankenhaus Wiesdorf, aus eigener Erfahrung. „Auch wenn sie vieles vergessen, an die Lieder aus ihrer Jugend können sie sich meistens noch erinnern.“ Die Ehrenamtlichen erleben auch häufig, dass Patienten sich ihnen auf ganz andere Art und Weise öffnen, als gegenüber den Ärzten oder Pflegekräften. „Sie bringen uns großes Vertrauen entgegen, die Gespräche haben hin und wieder auch seelsorgerischen Charakter“, berichtet Maria Hein. Belastet habe sie das Ehrenamt aber noch nie, auch wenn sie immer wieder traurige Schicksale miterlebt. „Schön ist, dass wir keinen Zeitdruck haben. Wir können uns so viel Zeit für die Patienten nehmen, wie wir möchten“, freut sich die Ehrenamtliche.  

Wer sich selbst ehrenamtlich in der Gruppe engagieren möchte, ist jederzeit herzlich willkommen. Interessierte können sich an Leiterin Gisela Reinmuth wenden (Telefon 02 14/4 65 43)



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