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März 2019

Brustkrebs-Patientinnen stärken sich mit Yoga

Förderinitiative Senologie ermöglicht Yogakurs im Brustzentrum am St. Josefs Krankenhaus Hilden

Die Leiterin des Brustzentrums Professor (vorne links) Dr. Livia Küffner und Yogalehrerin Heike Razaq (vorne rechts) freuen sich über die positive Resonanz zum Yogakurs für Brustkrebspatientinnen.

Ob Körper oder Geist – Yoga wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Das gilt umso mehr in Zeiten schwerer Krankheit. Das Brustzentrum Kplus am St. Josefs Krankenhaus Hilden bietet des halb einen Yogakurs für Patientinnen mit Brustkrebs an. Ermöglicht wird das von der Förderinitiative Senologie Hilden, die 50 Prozent der Kosten übernimmt.

„Es ist nachgewiesen, dass Bewegung die Begleiterscheinungen von Krankheit und Therapie verbessert und sogar vor Rückfällen schützt“, erklärt Professor Dr. Livia Küffner, Chefärztin der Senologie und Leiterin des Brustzentrums am St. Josefs Krankenhaus Hilden. „Yoga ist eine schöne Sportart und bestens dafür geeignet.“ Geleitet wird der Kurs, der aus zehn wöchentlichen Einheiten besteht, von Heike Razaq. Die Yogalehrerin aus Leverkusen hat eine vierjährige, vom Berufsverband der deutschen Yogalehrenden anerkannte, Ausbildung absolviert und darüber hinaus eine Weiterbildung im Bereich Heilyoga. „Yoga kräftigt und dehnt den gesamten Körper, stärkt das Immun- und aktiviert das Herz-Kreislauf-System“, betont Heike Razaq. „Und es hilft dabei, den eigenen Körper wieder auf positive Art und Weise wahrzunehmen und sich selbst richtig zu spüren.“ Wirkungen, die der erste Kurs bereits nach wenigen Wochen bestätigt. „Nach der Diagnose habe ich mich lange geschont. Jetzt möchte ich wieder aktiv werden und in Bewegung kommen“, berichtet eine Teilnehmerin. „Ich merke schon eine gewisse Verbesserung.“

Aber nicht nur der Körper soll durch den Kurs gestärkt werden. Denn Yoga kann auch auf mentaler und emotionaler Ebene helfen. Viele Brustkrebspatientinnen leiden unter dem sogenannten Fatigue-Syndrom, hinter dem sich eine anhaltende Erschöpfung verbirgt“, sagt Professor Dr. Livia Küffner. „Sanfte Bewegung wie Yoga kann hier sehr gut helfen.“ Denn Yoga hat einen positiven Effekt auf das vegetative Nervensystem. Dadurch kann der Körper besser mit Stress umgehen und reagiert weniger stark darauf.

„Im Kurs lernen die Teilnehmerinnen ihre eigenen körperlichen, mentalen und emotionalen Ressourcen zu nutzen“, erläutert Heike Razaq. „So können sie sich selbst Regeneration schenken, um Erschöpfungszustände zu verbessern. Weil dafür ein kontinuierliches Training wichtig ist, erhalten die Teilnehmerinnen auch Anleitungen für Übungen, die sie nach dem Ende des Kurses zuhause eigenständig weiterführen können. Die Motivation hierfür ist groß: „Ich kann durch das Yoga meinen Geist und Körper wieder zusammenbringen und schaffe es, dass die Krankheit nicht meinen Geist bestimmt“, freut sich eine Teilnehmerin. „Ich kann mich endlich wieder einmal auf mich konzentrieren, ganz entfernt vom Krebs.“

„Wir möchten unsere Patientinnen auch über die klassische Behandlung in Form von Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien hinaus unterstützen“, sagt Professor Dr. Livia Küffner. „Mich freut es deshalb sehr, wie gut der Kurs angenommen wird und wie positiv die Rückmeldungen sind. Jährlich operiert die Spezialistin für Erkrankungen der Brust rund 500 Patientinnen mit Brustkrebs, von denen mehr als die Hälfte erstmalig daran erkrankt ist. Regelmäßig überprüft die Ärztekammer Westfalen-Lippe in sogenannten externen Audits das Brustzentrum und bescheinigt die besondere Qualität der Behandlung. 



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