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Januar 2019

Selbsthilfegruppe für Frauen mit Endometriose in Hilden

So wie Kamila Lichtenhagen aus Hilden vor gut drei Jahren, ergeht es jährlich etwa 40 000 Frauen in Deutschland: Sie erhalten von ihrem Frauenarzt die Diagnose Endometriose. Bei ihnen wächst Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter. Die sogenannten Endometriose-Herde können sich beispielsweise an Eierstock oder Eileiter, Blase und Darm bilden. Manche Patientinnen haben Glück und spüren kaum etwas davon, andere können ihren Alltag kaum noch bewältigen.

Kamila Lichtenhagen zählt zu den Frauen, die mit starken Beschwerden leben müssen und hat während einer Reha gemerkt: „Egal wie toll Ärzte und Therapie sind, der Austausch mit weiteren Betroffenen bietet eine ganz andere Art der Hilfe, die durch nichts zu ersetzen ist.“ Deshalb möchte die 35-Jährige in Hilden eine Selbsthilfegruppe gründen. Das erste Treffen findet am Mittwoch, 16. Januar, ab 19 Uhr im Kplus Forum am St. Josefs Krankenhaus Hilden statt. Wer daran teilnehmen möchte oder sich für weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe interessiert, kann sich per E-Mail an endometrioseundich@gmx.de bei Kamila Lichtenhagen melden. Das St. Josefs Krankenhaus Hilden, in dessen Gynäkologie viele Patientinnen mit Endometriose behandelt werden, möchte die Gruppe unterstützen und stellt die Räume kostenfrei zur Verfügung.

Wer von Endometriose betroffen ist, bemerkt erste Beschwerden oft im Alter von 20 bis 30 Jahren. Anzeichen können unter anderem sehr schmerzhafte, starke und verlängerte Monatsblutungen, heftige Unterbauchschmerzen oder unerfüllter Kinderwunsch sein. Geheilt werden kann die Krankheit bislang nicht, die Beschwerden verschwinden bei den meisten Frauen mit den Wechseljahren. „Endometriose beeinflusst das Selbstgefühl als Frau, die Partnerschaft, die Familien- und Lebensplanung“, weiß Kamila Lichtenhagen. „Betroffene können sich gegenseitig zuhören, trösten, auffangen und vor allem auch voneinander lernen.“ Sie selbst hat bereits drei Operationen hinter sich und blickt der nächsten entgegen. „Als mir nach dem dritten Eingriff das ganze Ausmaß meiner Krankheit erst richtig bewusst wurde, war ich am Boden zerstört. Wieder aufgebaut hat mich dann die Selbsthilfegruppe in der Reha.“ Deshalb ist ihr jetzt wichtig, auch für Frauen in Hilden und Umgebung eine solche Anlaufstelle zu schaffen. „Ich freue mich über jede Betroffene, die sich einen Ruck gibt und vorbeikommt“, betont Kamila Lichtenhagen. „Natürlich bleibt alles was erzählt wird unter uns und verlässt den vertrauten Rahmen unserer Gruppe nicht.“



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