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September 2018

Pankreaszentrum der St. Lukas Klinik unterstreicht regionale Bedeutung

Durch moderne Methoden wie das sogenannte SpyGlass™ können auch kleinste Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse entdeckt und behandelt werden. Damit unterstreicht das Pankreaszentrum an der St. Lukas Klinik seine Bedeutung in der Region.

Die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erfordert viele Experten. Daher arbeiten Internisten, Onkologen und Chirurgen an der St. Lukas Klinik in Solingen eng zusammen.

Der Chirurg Dr. Markus Meibert leitet das Pankreaszentrum an der Solinger St. Lukas Klinik.

Dem SpyGlass™ – dem Spion-Spiegel – bleibt fast nichts verborgen. „Eine hochauflösende Kamera liefert uns gestochen scharfe Bilder aus den feinen Gängen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallengänge und ist dabei in alle Richtungen steuerbar“, erklärt Dr. Gia Phuong Nguyen das endoskopische Untersuchungsverfahren. Ein Quantensprung für den Chefarzt der Inneren Medizin an der St. Lukas Klinik. Zuvor war nur eine wenig differenzierte Sicht über Röntgenbilder möglich. „Wir können jetzt selbst kleine Veränderungen auch in Aussackungen der Bauchspeicheldrüse erkennen, Proben nehmen und damit eine sichere Diagnose stellen.“ Von der sei dann abhängig, ob zum Beispiel eine Operation notwendig sei oder andere, konservative Behandlungen ausreichen.

Seit Dr. Gia Phuong Nguyen vor zwei Jahren als Chefarzt der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Kardiologie an die St. Lukas Klinik kam, wird das Konzept der Viszeralmedizin umgesetzt, die enge fachübergreifende Zusammenarbeit aus Internisten, Onkologen und Chirurgen. Es greift. „Im gesamten letzten Jahr haben mein Team und ich 19 große Operationen an der Bauchspeicheldrüse durchgeführt“, sagt Dr. Markus Meibert. „In diesem Jahr sind wir schon bei über 30 dieser Eingriffe“, so der Chefarzt der Chirurgie weiter. Dabei werde sehr genau gemeinsam abgestimmt, bei welchem Patienten eine Operation erforderlich sei. Doch mit den neuen Untersuchungsmöglichkeiten können Pankreastumore jetzt früher erkannt und behandelt werden. „Das war in der Vergangenheit anders, die Tumore hatten sich oft so weit ausgebreitet, dass wir häufig nicht mehr heilen, sondern nur noch lindern konnten.“ Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht, Chefarzt der Onkologie, kann zu diesen Patienten mit lokal fortgeschrittenen Tumoren über erfreuliche Studiendaten berichten. „Es konnte in letzter Zeit in Studien nachgewiesen werden, dass durch neue chemotherapeutische Vorbehandlungen diese Patientengruppe teilweise noch erfolgreich operiert werden kann. Wir in der St. Lukas-Klinik führen diese Therapieform bereits seit Jahren durch.“

Das Geheimnis des Erfolges liegt für Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker in der engen fachübergreifenden Zusammenarbeit. „Wir haben ein sehr gutes Team, das Hand in Hand arbeiten kann und auch will.“ Internisten, Chirurgen und Onkologen machen sich gemeinsam ein Bild der Erkrankung. „Jedes medizinische Fach wird immer spezialisierter“, sagt Dr. Markus Meibert. „Um das Beste für unsere Patienten zu erreichen, müssen wir unser Wissen unabhängig von der eigenen Fachrichtung austauschen.“ Das geschieht regelmäßig beispielsweise während der wöchentlichen Tumorkonferenzen, aber auch immer wieder akut bei Bedarf. Die kurzen Wege zwischen Gastroenterologie, Chirurgie und Onkologie machen es in der St. Lukas Klinik möglich.

Jedes Jahr stellt sich das Pankreaszentrum an der St. Lukas Klinik externen Überprüfungen, zuletzt erfolgreich im Juni. Neben dieser freiwilligen Kontrolle hat der Gesetzgeber eine Mindestanzahl von zehn Teilentfernungen des Pankreas festgelegt. Diese Anforderung hat die St. Lukas Klinik in den letzten Jahren deutlich übertroffen. „Und es zeigt, dass wir über die Stadtgrenzen hinaus Ansprechpartner sind“, sagt Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht. Statistisch gehe man von zehn bösartigen Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner aus.



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