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Februar 2018

Pankreaszentrum an der St. Lukas Klinik wird ausgebaut

Die Diagnostik und vor allem die Chirurgie der Bauchspeicheldrüse verlangt besonderes Können und viel Erfahrung. Um die Qualität der großen Operationen zu sichern, hat der Gesetzgeber eine Mindestzahl festgesetzt, die Krankenhäuser erreichen müssen, um sie weiter durchführen zu dürfen. In der Chirurgie der St. Lukas Klinik um Chefarzt Dr. Markus Meibert wurden nahezu doppelt so viele Eingriffe wie gefordert durchgeführt.

Auch bei Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) können Operationen helfen. Die Mindestmenge für Pankreasoperationen wurden an der St. Lukas Klinik weit übertroffen.

Spezialist für die Bauchspeicheldrüse: Chirurg Dr. Markus Meibert leitet das zertifizierte Pankreaszentrum der St. Lukas Klinik.

Jedes Jahr stellt sich das Pankreaszentrum an der St. Lukas Klinik externen Überprüfungen. Neben dieser freiwilligen Kontrolle hat der Gesetzgeber eine Mindestanzahl von zehn Teilentfernungen des Pankreas, der Bauchspeicheldrüse, festgelegt, die Kliniken jedes Jahr durchführen müssen. Zehn – das klingt erst einmal wenig. „Doch“, so Chef-Chirurg Dr. Markus Meibert, „statistisch geht man von zehn bösartigen Neurerkrankungen auf 100.000 Einwohner aus.“ Das relativiere die Anforderung.

19 Patienten wurden im vergangenen Jahr ein Teil der Bauchspeicheldrüse in der St. Lukas Klinik entfernt. Dazu kommen noch die palliativen Operationen, die nicht unter die gesetzlichen Vorgaben fallen. „Leider werden die Tumore der Bauchspeicheldrüse oft so spät entdeckt, dass wir nur noch lindern, nicht mehr heilen können“, sagt Dr. Markus Meibert. Er ist als Leiter des Pankreaszentrums nicht nur Chirurg, sondern auch Koordinator der Therapie. Gerade in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen sei die Zusammenarbeit vieler Experten für die Qualität und den Erfolg wesentlich. „Wir arbeiten in der St. Lukas Klinik Hand in Hand, treffen uns mindestens einmal in der Woche und besprechen die Therapieoptionen jedes einzelnen Patienten.“

Der gute Ruf des Pankreaszentrums reicht über die Stadtgrenzen hinaus. „Wir etablieren uns als Ansprechpartner in der Region.“ Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker freut sich, dass die Idee  der interdisziplinären Viszeralmedizin so gut ankommt. „Es ist wichtig, dass wir über Abteilungs-grenzen hinweg, eng zusammenarbeiten.“ Mit Dr. Gia Phuong Nguyen kam 2016 ein spezialisier-ter Gastroenterologe ans Haus. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht bilden die drei Chefärzte ein schlagkräftiges Gespann im Kampf nicht nur gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Die Faszination hat Dr. Markus Meibert früh gepackt. „Ich bin in einem Haus ausgebildet worden, das damals in der Pankreaschirurgie führend war“, erzählt Dr. Markus Meibert, der sein Wissen gern an die nächste Chirurgen-Generation weitergibt. Das Doppelorgan, das sowohl den Blutzuckerspiegel reguliert, aber auch Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung so aufspaltet, dass sie verwertet werden können, ist mit Magen, Darm und Leber verbunden, die großen Blutgefäße liegen in der Nähe. Dabei ist sie nur 15 Zentimeter lang. Damit sind die Operationen gleichermaßen komplex wie filigran.



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