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November 2019

Hilden: Neubau hängt am Haken

Das St. Josefs Krankenhaus in Hilden wird erweitert. 5.000 zusätzliche Quadratmeter – hauptsächlich Patientenzimmer - entstehen in einem Neubau auf dem Gelände. Um die Zeit bis zum Bezug zu verkürzen, wird in Modulbauweise gearbeitet.

Patientenzimmer hängen am Haken. In Systembauweise entsteht der neue Bettentrakt und das Ambulante OP-Zentrum der Klinik in Hilden.

Bis zu 20 Tonnen wiegen die Module, die scheinbar leicht einschweben. Aus 56 solcher Raummodule werden die zukünftigen Bettenstationen des St. Josefs Krankenhauses Hilden gestapelt. Foto: Kplus Gruppe

Ihre 20 Tonnen Gewicht merkt man ihnen nicht an. Leicht schwebt das neue Zimmer in nur zwei Minuten über das Krankenhausgelände bis zu seinem endgültigen Bestimmungsort. Dort wird es im Dauerregen von vier Männern in Empfang genommen und fest verschweißt: Ein Krankenhaus entsteht. Zumindest eine Erweiterung. 56 Raummodule von bis zu 20,5 Meter Länge werden hier im Innenhof des St. Josefs Krankenhauses Hilden auf das bereits – konventionell – gebaute Unter- und Erdgeschoss gestapelt. 5.000 zusätzliche Quadratmeter entstehen so.

Ein Jahr hat das Team um den Architekten Thomas Pütz geplant bis jetzt die ersten vorgefertigten Raummodule ihren Bestimmungort erreichen. „Es ist nicht nur eine technische, sondern auch eine logistische Herausforderung, auf dem eng begrenzten Bauplatz bei laufendem Betrieb zu bauen“, sagt der Projektleiter aus der Technischen Abteilung der Kplus Gruppe, zu der auch das Hildener Krankenhaus gehört. Den Ausschlag für die Modulbauweise hat letztlich die kürzere Bauzeit gegeben, die dann durch die Vorfertigung auch noch witterungsunabhängig ist. Verzögerungen durch Eis und Schnee und Dauerregen wird es nicht geben. Thomas Pütz ist sicher: Im Sommer nächsten Jahres werden die ersten Patienten die neuen Patientenzimmer Haus D beziehen können.

Drei Bettenstationen werden entstehen, die modern ausgestattet jeweils mit einem eigenen Bad die Patientenzimmer im Altbau ablösen werden. „Unsere Patienten möchten gute Medizin und Pflege, aber auch Komfort“, sagt Claudia Thomas. Und den könne man ihnen ab kommenden Sommer besser bieten, so die stellvertretende Krankenhaus-Direktorin weiter. Das gelte auch für die neue Cafeteria, die dann aus einem Nebengebäude direkt ins Erdgeschoss des Krankenhauses zieht. Direkt am bestehenden OP und dem Aufwachraum, in dem die Patienten nach dem Eingriff intensiv überwacht werden, wird sich im ersten Stock ein ambulantes Eingriffszentrum anschließen. „Wir wollen für die ambulanten Operationen die Abläufe für Patienten, aber auch für unsere Mitarbeiter verbessern“, erklärt Claudia Thomas.

Rund 14 Millionen Euro sind für den viergeschossigen Bau veranschlagt, die nicht allein in Wände investiert sind. Die ganze vierte Etage ist der Technik, der Lüftungszentrale, vorbehalten. „Hier werden die Anlagen untergebracht, die Temperatur, Luftfeuchte und -qualität beeinflussen“, sagt Thomas Pütz, der schon viele Bauprojekte begleitet hat. Mit ALHO Systembau hat er einen international erfahrenen Systembauer an der Seite, der auch die Logistik mit der Anlieferung, Lagerung und Abruf der Bauelemente geplant hat. Bis zum 29.11. werden nachts Raummodule mit Schwerlasttransporten nach Hilden gebracht, auf dem Ostring und der Walder Straße zwischengelagert und Stück für Stück abgerufen. „Wir sind gut in der Zeit“, sagt Claudia Thomas.



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