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September 2018

Marienschüler als Lebensretter im St. Remigius Krankenhaus Opladen

Auf Einladung von Dr. Gerhard Schuler, Ärztlicher Direktor und langjähriger Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am St. Remigius Krankenhaus Opladen, statteten 20 Gymnasiasten der benachbarten Marienschule der Klinik einen Besuch ab. Anlass war die „Woche der Wiederbelebung“. Ganz klar: Die Reanimation eines Menschen will gelernt sein.

Dr. Gerhard Schuler, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am St. Remigius Krankenhaus Opladen, erklärt Marienschülern, worauf es bei der Reanimation eines Menschen ankommt. Foto: Kplus Gruppe

Übungsstunde im St. Remigius Krankenhaus Opladen: Dr. Gerhard Schuler, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, erklärt Marienschülern, was bei der Reanimation eines Menschen wichtig ist. Foto: Kplus Gruppe

Über das Engagement der Marienschüler freut sich Chefarzt Dr. Gerhard Schuler sehr: "Geschulter Nachwuchs ist ganz wichtig. In Deutschland ist die Quote der Helfer bei Herzstillstand im Vergleich zu anderen Ländern zu gering. Nur in 17 Prozent der Fälle wird überhaupt eingegriffen, wenn Menschen mit Herzstillstand zusammensacken", konstatiert der Experte. Nicht nur den Marienschülern macht er Mut: "Man kann nichts falsch machen, außer gar nichts zu machen", sagte er und gab die Wiederbelebungsfaustformel aus: „Prüfen. Rufen. Drücken.“ Das heißt: Puls fühlen und den am Boden liegenden ansprechen. Hilfe rufen oder von Umstehenden Hilfe rufen lassen – am besten mit dem Handy. Und dann gilt: 30 Mal drücken. Wiederbelebung. Beatmung.

Zum Üben stellte Chefarzt Dr. Gerhard Schuler zwei Kunststoffpuppen zur Verfügung und ließ die Marienschüler daran die im Notfall überlebenswichtige Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung trainieren. Völlig unbedarft waren die Marienschüler übrigens nicht ins benachbarte St. Remigius Krankenhaus Opladen gekommen. Sie alle sind Mitglieder des Schulsanitätsdienstes. „Die stufenübergreifende AG besteht schon seit vielen Jahren und hat sich Erste Hilfe auf die Fahnen geschrieben“, erzählt AG-Leiter und Marienschule-Lehrer Matthias Nolte, der seine Schützlinge zum Termin ins benachbarte Opladener Krankenhaus begleitete.

Nach der Übungsstunde führte Chefarzt Dr. Gerhard Schuler die Marienschüler durch die Bereiche Notfallambulanz samt Liegendanfahrt und Intensivstation, „damit Ihr auch einmal einen Einblick in den Alltag einer Klinik bekommt.“ Als Dankeschön für die Übungseinheit samt Kliniktour gab es auf dem Krankenhausflur Applaus der Schüler, aber ganz leise, um den Krankenhausbetrieb nicht zu stören.

Fakten:

  • Die „Woche der Wiederbelebung (vom 17. bis 23. September 2018) findet unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Das Motto lautet: „Ein Leben retten. 100 pro Reanimation“.
  • Beim plötzlichen Herzstillstand wird der Betroffene bewusstlos, atmet nicht mehr normal oder gar nicht mehr. Wenn nach einem Herzstillstand nicht innerhalb von fünf Minuten einfache Maßnahmen – vor allem die Herzdruckmassage – durchgeführt werden, ist ein Überleben unwahrscheinlich.
  • Auf 100.000 Einwohner kommen jedes Jahr etwa 50-80 Fälle eines Herzstillstands. Das sind etwa 40.000-64.000 Menschen pro Jahr.
  • Die sogenannte Laienreanimation durch nicht professionelle Helfer, stellt das erste Glied der Rettungskette dar. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass durch eine optimale Laienreanimation die Überlebensrate verdoppelt bis verdreifacht werden kann. 


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