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August 2017

St. Lukas Klinik: Mit Radiowellen den Speiseröhrenkrebs bekämpfen

Das Barret-Karzinom der Speiseröhre gehört zu den am schnellsten wachsenden Krebsformen. Im Kampf gegen den Krebs arbeiten an der Solinger St. Lukas Klinik Internisten und Chirurgen Hand in Hand. Mit Radiofrequenzablation können jetzt die veränderten Zellen schonend entfernt werden.

Mit Radiowellen gegen den Krebs. Die entarteten Zellen des Barret-Ösophagus werden mit Wärme schonend abgetragen.

Arbeiten mit Radiofrequenzablation - auch Barrx oder HALO-Verfahren genannt - gegen den Speiseröhrenkrebs: Dr. Ghia Phuong Nguyen, Chefarzt der Inneren Medizin, Endoskopieleiterin Magaritha Dreesen-Kuchalski und der Chefarzt der Chirurgie Dr. Markus Meibert.

Völlegefühl, saures Aufstoßen, brennende Schmerzen in der Brust: beinahe jeder Zweite kennt diese Beschwerden. „Wer selten beispielsweise nach einem fetten Essen Sodbrennen hat, muss sich keine große Sorgen machen“, sagt Dr. Markus Meibert, Chefarzt der Chirurgie an der Solinger St. Lukas Klinik. „Häufiges saures Aufstoßen kann jedoch zu ernsthaften Erkrankungen führen.“ Seit 20 Jahren beschäftigt sich der spezialisierte Viszeralchirurg schon mit der Refluxkrankheit, deren operativer Therapie und auch mit den Folgen. 

Zurückfließende Magensäure, Gallensaft und Bauchspeicheldrüsensekret greifen die Schleimhaut der Speiseröhre an. „Aus diesen veränderten Barret-Zellen kann sich ein Speiseröhrenkrebs entwickeln“, sagt Dr. Gia Phuong Nguyen, der seit einem guten Jahr Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie und Kardiologie, an der St. Lukas Klinik ist. Das Risiko einer bösartigen Erkrankung ist etwa 30fach höher als bei Menschen ohne diese Veränderung. Mit einer neuen Methode können diese noch gutartigen Zellen während einer Magenspiegelung mit hochfrequenten Radiowellen durch kontrollierte Wärmeabgabe von bis zu 70 Grad Celsius verödet werden. Das Barret-Karzinom gehört zwar in absoluten Zahlen zu den eher seltenen Krebserkrankungen, es ist aber das mit der höchsten Steigerungsrate in der westlichen Welt. „Neben genetischen Faktoren stehen in der Forschung unsere Ernährungsgewohnheiten im Fokus.“

Dr. Gia Phuong Nguyen kennt die Methode aus seinen vorherigen Wirkungsstätten und führt sie nun in der St. Lukas Klinik ein. Neues Equipment wurde angeschafft. „Das war folgerichtig“, sagt Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker. „Dank der Chirurgie hat die St. Lukas Klinik bereits einen guten Namen in der Behandlung des Reflux, und jetzt können wir hier fächerübergreifend nicht nur die Ursachen, sondern auch die Folgen behandeln.“ Das sei umfassende Medizin.

Zehn Jahre lang hat Dr. Markus Meibert andere Chirurgen aus dem gesamten Bundesgebiet in der speziellen Operationstechnik ausgebildet. Meist ist die Ursache ein Bruch des Zwerchfells, durch den die Speiseröhre und ein Teil des Magens nach oben rutscht. Die so verkürzte Speiseröhre kann nicht mehr richtig die Pförtnerfunktion für den Magen übernehmen. Während einer gut 45-minütigen minimal-invasiven Operation wird der Bruch mit einem Netz verschlossen und die Organe an ihre angestammten Plätze gebracht. 

Für Dr. Gia Puong Nguyen ist die Zusammenarbeit zwischen Internisten und Chirurgen der Schlüssel zum dauerhaft Erfolg, mit dem für die Patienten die Gefahr des Speiseröhrenkrebs gebannt werden kann. „Wir können mit der Radiofrequenzablation die Barret-Zellen so flach abtragen, dass die darunter liegenden Gewebeschichten nicht verletzt werden und gesunde Zellen nachwachsen.“ Wird dann die Operation gut durchgeführt, sind die größten Risiken eines Barret-Karzinoms dauerhaft gebannt.



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