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Januar 2017

Hilfe für Peru kommt aus der St. Lukas Klinik in Solingen

Mit einem 15-köpfigen Ärzte- und Pflegeteam reiste Dr. Erich Theo Merholz, Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der St. Lukas Klinik, als Leiter des Projekts „Hilfe für Peru“ nach Lima. Dort operierten die Helfer aus ganz Deutschland in rund 100 Fällen vor allem Kinder, die sonst keinen Zugang zu medizinischen Versorgung haben. Die Bilanz ist durchweg positiv – medizinisch und menschlich.

Chefarzt Dr. Erich Theo Merholz (re.) im OP-Saal - dieses Mal nicht in Solingen, sondern in der peruanischen Hauptstadt Lima.

Einsatz in Lima: Dr. Erich Theo Merholz (re.), Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) in der Solinger St. Lukas Klinik operierte in der peruanischen Hauptstadt viele Kinder, die an Gaumenspalten litten. Foto: Kplus Gruppe

14 Tage Lima. Für Erlebnisreisende ist die peruanische Hauptstadt ein interessantes Ziel. Die 15-köpfige Reisegruppe, die sich Ende Oktober des vergangenen Jahres auf den Weg nach Peru machte, kam allerdings der Arbeit wegen in die Neun-Millionen-Einwohner-Metropole. Wie alle zwei Jahre seit 2001 hatte Dr. Erich Theo Merholz, Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der St. Lukas Klinik, der für das Operationsprojekt „Hilfe für Peru” ein Team aus Medizinern und Pflegekräften zusammengestellt, um zwei Wochen lang zu operieren.

Anlaufstelle war das Hospital Nacional Arzobispo Loayza in Lima. „Wir sind quasi direkt nach der Landung in die Klinik gefahren”, erinnert sich „Reiseleiter” Dr. Erich Theo Merholz an Tag 1 des Operationsprojekts. Klar: Jede Stunde ist kostbar. Vor Ort begannen sogleich die Patientensichtung und die Vorbereitungen für die Operationen. Auf dem Plan standen wie in den Jahren zuvor in erster Linie peruanische Kinder, die an einer Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalte litten. Diese Fehlbildung ist mit vielen Problemen verbunden: „Die Patienten können nicht richtig sprechen oder schlucken, Bakterien wandern von Mund- in die Nasenhöhle, was zu permanenten und schmerzhaften Mittelohrentzündungen führt”, erklärt Dr. Erich Theo Merholz, der seit vielen Jahren ein Spezialist auf diesem Gebiet ist.

Das Problem in Peru: Viele Einheimische können sich den entsprechenden Eingriff an ihrem Nachwuchs nicht leisten. „Generell ist die Krankenhausversorgung in Peru kostenlos, allerdings müssen die Patienten die Verbrauchsmaterialien selbst zahlen. Eine Naht und die Narkose kosten dort umgerechnet insgesamt etwa 55 Euro. Das ist aber in vielen Fällen fast das Zweifache eines durchschnittlichen Monatslohns in Peru”, weiß Dr. Erich Theo Merholz. Das Projekt „Hilfe für Peru” finanziert nicht nur die Eingriffe, sondern eben auch die notwendigen medizinischen Instrumente und Apparate.

Bei der Umsetzung vor Ort bewährt sich die langjährige Kooperation mit dem Hospital Nacional Arzebispo Loaysa und dem dortigen peruanischen Gastgeber und Partner Dr. Guillermo Wiegering Cecchi: „Die Unterstützung hier ist ganz hervorragend“, sagt Dr. Erich Theo Merholz, der Wert darauf legt, dass die Zusammenarbeit mit den Medizinern in Lima auf Augenhöhe stattfand: „Wir kommen nicht als Stars nach Peru. Es ist ein für alle Beteiligten – ob Mediziner oder Pfleger – ein überaus positives Geben und Nehmen, absolut professionell und fördernd. Da lernt man selbst immer noch eine ganze Menge dazu.“

Die peruanischen Patienten kamen von weit her, um sich vom deutschen Operationsteam versorgen und behandeln zu lassen. Aus der Regenwald-Stadt Iquitos beispielsweise. Die ist mehr als 1000 Kilometer Luftlinie von Lima entfernt und nur per Flugzeug oder Boot über den Amazonas zu erreichen. „Da kann man sich ausmalen, wie beschwerlich die Anreise für die Familien mit ihren oft noch sehr kleinen Kindern ist”, sagt Dr. Erich Theo Merholz.

Trotz einer neuen Basisversicherung für die Ärmsten der Armen gibt es viele Erwachsene in Peru, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Zu den insgesamt 151 Eingriffen des Merholz-Teams gehörten auch mehrere operative Korrekturen von entstellenden Narben: „Durch diese Eingriffe geben wir den mittellosen Menschen so die Möglichkeit, wieder ein sozial integrierter Teil ihrer Gesellschaft zu werden.”

Der menschliche Faktor stimmte also, der medizinische erst recht: „Insgesamt verliefen alle Operationen komplikationslos”, zieht Dr. Theo Merholz eine durchweg positive Bilanz. In einem Fall gab es eine Nachblutung, die aber problemlos gestillt werden konnte. Wundinfektionen seien nicht aufgetreten. Wieder einmal habe sich die Zusammensetzung des Teams aus ganz Deutschland „als ein absoluter Glücksfall” erwiesen. Die bunt gemischte Truppe aus OP-Schwestern, Fachpflegern, Anästhesisten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vereinte alle Altersklassen, unterschiedlichste Temperamente und harmonierte laut Dr. Erich Theo Merholz bestens: „Das machte es leicht, unsere Aufgaben zu erfüllen.”

Ohne Spenden aus Deutschland wäre das Operationsprojekt „Hilfe für Peru” allerdings nicht möglich: Die Anreise, der Transport des notwendigen OP-Equipments und des Anästhesiematerials aus Deutschland nach Peru, die Unterbringung vor Ort – all das wird über Spenden finanziert, die im Pfarrbüro der katholischen St. Clemens Gemeinde Solingen zusammenfließen. Dr. Erich Theo Merholz: „Ich bin allen Spendern zutiefst dankbar. Sie helfen dabei, Gutes zu tun.”

Seit 2001 sind acht Mal Helferteams aus Deutschland mit dem Projekt „Hilfe für Peru” in Lima gewesen und haben dort mehr als 750 Patienten behandelt. Die St. Clemens Gemeinde Solingen an der Goerdelerstraße ist unter der Rufnummer 221480 zu erreichen.



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