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Juni 2016

Ein Vormittag zum Tabuthema Inkontinenz

Inkontinenz ist eine Volkskrankheit, die nach wie vor mit Tabus belegt ist. Umso wichtiger ist es, über das Thema zu sprechen: Deshalb bietet das St. Josefs Krankenhaus Hilden am Samstag, 25. Juni 2016, von 10 bis 13 Uhr im Kplus Forum eine Patientenveranstaltung samt Fachvorträgen und Fragerunde an. Der Titel ist Programm: "Tabu Inkontinenz – (k)ein Thema?!."

©Thomas Scholz/pixelio

In Deutschland leiden mehr als sechs Millionen Menschen unter Harninkontinenz und etwa 800.000 unter Stuhlinkontinenz. Inkontinenz kann viele Ursachen und Ausprägungen haben. Obwohl es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, wagen es die Betroffenen aus Scham oft nicht, über ihre Probleme zu sprechen – nicht einmal mit ihrem Arzt. Krystian Kuboth, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Josefs Krankenhaus Hilden sagt: "Inkontinenz ist kein Schicksal, das man ertragen muss, es ist eine Erkrankung wie viele andere auch."

Denn mit dem Schweigen schwindet Lebensqualität: An Inkontinenz Erkrankte trauen sich nicht mehr auszugehen und verlieren so ihre sozialen Kontakte. "Wir wollen den Menschen helfen, sich ihrem Krankheitsbild zu stellen", sagt Dr. Britta Sichelschmidt-Brux, Oberärztin in der Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Josefs Krankenhaus. Die Stuhlinkontinenz beispielsweise wird in der Gesellschaft noch stärker tabuisiert. Zu den Betroffenen gehören vor allem Senioren und Menschen nach Krebsoperationen oder Schlaganfällen sowie Frauen, die mehrfach geboren haben. "Mit guter Diagnostik und einer gezielten Therapie können wir die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessern. Meistens helfen bereits konservative Behandlungsmethoden, so dass ein operativer Eingriff nur in wenigen Fällen nötig ist", sagt Dr. Peter Philipp Pohl Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Josefs Krankenhaus.

Beim Hildener Kontinenztag am 25. Juni wird es auch einen physiotherapeutischen Vortrag zum richtigen Einsatz des Beckenbodens bei Alltagsbelastungen geben. Dr. Klaus Generet, Chefarzt Innere Medizin am St. Josefs Krankenhaus Hilden, stellt zusammenfassend klar: "Niemand muss sich schämen. Oft ist die Lösung des Problems Inkontinenz viel einfacher als die Betroffenen denken."

Und noch eine Besonderheit: Die Selbsthilfegruppe Inkontinenz, die sich jeden zweiten Dienstag im Monat im St. Josefs Krankenhaus Hilden trifft, wird sich mit dem Bericht eines Betroffenen an der Patientenveranstaltung beteiligen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.



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