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Mai 2016

Naturheilverfahren bei Brustkrebs

Es gibt viele Mythen und Versprechen, die sich um alternative Behandlungsmöglichkeiten ranken. Am 11. Mai im Kplus Forum Hilden, um 18 Uhr spricht Prof. Dr. Josef Beuth, Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren, welche Naturheilverfahren bei der Behandlung von Brustkrebs anerkannt sind und Linderung schaffen.

Wie komme ich gut durch die Krebstherapie? Was kann ich zusätzlich zu den ärztlichen Maßnahmen noch tun? Was davon ist überhaupt wissenschaftlich anerkannt? Das sind einige Fragen, mit denen Dr. Constantin Pagouras, Leiter des Brustzentrums Kplus, täglich konfrontiert wird. „Menschen mit einer Krebserkrankung suchen oft gezielt nach Möglichkeiten, die Begleiterscheinungen der schwerwiegenden Krankheit zu lindern“, weiß der Mediziner. Umso mehr freut er sich, dass der Referent Professor Dr. Josef Beuth, Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren, Universitätsklinikum Köln, fundiert zu diesen vielschichtigen Themen Auskunft geben kann.

Naturmedizin betrachtet den Menschen ganzheitlich. Sie greift auf natürliche Ressourcen zurück, um die eigenen Regelkreise zu stärken und zu verbessern. „Der Mensch soll aus sich selbst heraus gesund werden“, so bringt Professor Josef Beuth den Grundansatz der ganzheitlichen Medizin kurz auf den Punkt. Dazu gehören jedoch nicht nur Pflanzenwirkstoffe und eine gesunde Ernährung, auch physikalische Reize wie Licht, Luft, Wärme, Kälte, Bewegung oder Ruhe spielen eine große Rolle. Professor Dr. Josef Beuth beschäftigt sich mit der Bewertung naturheilkundlicher Verfahren aus wissenschaftlicher Perspektive und ist ein ausgewiesener Experte für den rationalen Einsatz solcher Verfahren. Er und die Mitarbeiter seines Kölner Instituts prüfen Naturheilverfahren auf Herz und Nieren. Denn oft fehlt es daran und somit an verlässlichen Informationen. „Für Laien ist es ganz, ganz schwer, sich in dem großen Angebot zurechtzufinden und zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Naturheilverfahren zu unterscheiden“, führt Professor Beuth aus. Unter den Anbietern gibt es nämlich viele, die einfach Geld machen wollen und die Ängste der Erkrankten in Kauf nehmen. „Unser Ziel ist es, vielversprechende Ansätze auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit zu testen, sie in die medizinischen Standardtherapien zu integrieren und Patienten sowie Medizinstudenten darauf aufmerksam zu machen.“

Die Forschungen des Instituts kommen Patienten im täglichen Ringen mit den Erkrankungen zu Gute. Nebenwirkungen aggressiver Therapien, wie zum Beispiel der Strahlen- oder Chemotherapie, lassen sich durch am Institut geprüfte Naturheilverfahren erheblich verringern. Das erhöht die Lebensqualität der Patienten enorm. Allerdings gibt Professor Dr. Josef Beuth auch zu bedenken und ist sich darin mit Dr. Constantin Pagouras einig: „Naturmedizin kann bei solch schwerwiegenden Krankheiten nie eine Alternative sein, sehr wohl aber eine sinnvolle Ergänzung.“ Bleibt zu hoffen, dass dieser interessante und kenntnisreiche Vortrag viele Hörer findet.



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