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März 2016

25 Jahre „Zuhörende Spezialtruppe“ am Wiesdorfer Juppes

Die Ehrenamtler der Ökumenischen Krankenhaushilfe schenken den Patienten der geriatrischen Fachklinik St. Josef Krankenhauses Wiesdorf Zeit.

Gisela Portelli im Gespräch mit Patientin Irmgard Krumm. Die 93-Jährige freut sich über die regelmäßigen Besuche der Ökumenischen Krankenhaushilfe.

Gisela Portelli im Gespräch mit Patientin Irmgard Krumm. Die 93-Jährige freut sich über die regelmäßigen Besuche der Ökumenischen Krankenhaushilfe.

Es ist ein wertvolles Geschenk, dass die zwölf Damen und zwei Herren der Ökumenischen Krankenhaushilfe für die Patienten des St. Josef Krankenhauses Wiesdorf bereithalten „Wir versuchen immer zu vermitteln, dass wir Zeit haben“, sagt Gisela Reinmuth, die seit 22 Jahren die kleine Gruppe am St. Josef Krankenhaus leitet. Am 5. März 1991 gingen die ersten, damals noch wegen ihrer Kittelfarbe „Grüne Damen“ genannten Frauen über die Stationen.

Vieles hat sich im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts geändert – vor allem seit das St. Josef Krankenhaus Wiesdorf als reine geriatrische Fachklinik mit 90 Betten und 18 tagesklinischen Betten geführt wird. „Bei unseren Patienten ist das, was vergangen ist, viel präsenter“, sagt Gisela Reinmuth und lächelt: „Die Schlacht von Stalingrad haben wir durch, jetzt sind es oft die Erinnerungen an die Nachkriegsjahre.“ Geschichten, die für die Ehrenamtler neu sind, die die Familienmitglieder jedoch schon oft gehört haben und manchmal entsprechend reagieren. „Im Grunde leistet die Krankenhaushilfe verdeckte Biografiearbeit“, sagt Chefarzt Dr. Ingo Reinecke. „Die Bedeutung unserer zuhörenden Spezialtruppe ist nicht zu unterschätzen.“ Zuhören, Aufmuntern, Wäsche waschen, kleine Einkäufe erledigen, Begleitung bei Spaziergängen, andere Hilfen vermitteln und immer wieder Zuhören und Zeit haben – das gehört zum (werk-)täglichen Geschäft der Gruppe. Montag bis Freitag sind sie jeden Tag für mehrere Stunden auf den Fluren und in den Zimmern unterwegs. „Das ist eine wichtige Aufgabe, die keine Krankenkasse bezahlt“, sagt Dr. Martin Biller, Krankenhaus-Direktor der beiden katholischen Kliniken in Leverkusen über die wertvolle Arbeit der Krankenhaushilfe. „Wir sind so froh, dass wir sie haben.“

Gisela Portrelli gehörte zu den Gründungsmitgliedern, die jetzt nach einer Auszeit zum Jubiläum wieder zur Gruppe gestoßen ist. „Das ist ein tolles Team hier, es war, als sei ich nie weg gewesen.“ Helfen wollen sei ihr Antrieb. So geht es auch Maria Hein, die älteste Aktive der Gruppe. „Mir geht es so gut, da kann ich doch einen Tag opfern.“ Die Patienten gäben so viel zurück, freuen sich über die Besuche der Ehrenamtler. Vielfach seien die Kinder nicht mehr in Leverkusen, so dass sie ihre Eltern nur am Wochenende besuchen könnten. Ein zufriedenes Lächeln, ein dankbarer Blick: „Das ist unser Lohn.“
Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Gisela Reinmuth melden. Telefon 0214/46543



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