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März 2016

Schaltzentrale im Hals: Haaner Schilddrüsentag feiert Premiere

Am 9. März 2016 findet in der Aula des St. Josef Krankenhauses Haan der 1. Haaner Schilddrüsentag statt. Der Eintritt ist frei. Von 17 Uhr bis 19 Uhr stehen Vorträge, Diskussionen und Untersuchungen auf dem Programm. Dr. Henning Henke, Chefarzt Innere Medizin am St. Josef Krankenhaus Haan, und Anke Meyer, Oberärztin Chirurgie am St. Josef Krankenhaus Haan, werden als Referenten auftreten und als Gesprächspartner für die Besucher zur Verfügung stehen. Vorab beantworten die beiden Experten schon einmal die wichtigsten Fragen.

Am 9. März findet im St. Josef Krankenhaus der 1. Haaner Schilddrüsentag statt. Ist die Schilddrüse so wichtig?
Anke Meyer: Oh ja, sie ist so etwas wie die Schaltzentrale im Hals. Die Schilddrüse befindet sich vor der oberen Luftröhre, produziert dort Hormone und reguliert so den Stoffwechsel und den Energiehaushalt des Körpers. Sie ist zwar nur so groß wie zwei Walnüsse, doch sie spielt für das Wohlbefinden des Menschen eine wichtige Rolle.
Was geschieht, wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert?
Dr. Henning Henke: Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormone, hat das meist Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen. Herzrasen, Panikattacken und Gewichtsverlust deuten auf einen Hormonüberfluss hin, Trägheit, depressive Stimmung und Gewichtszunahme lassen auf einen Hormonmangel schließen.
Wie steuert man dagegen?
Anke Meyer: Oft kann den Patienten mit der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten geholfen werden. Das reicht allerdings nicht immer, manche Veränderungen bilden sich nicht ausreichend zurück. Schon eine vergrößerte Schilddrüse, ein so genannter Kropf, kann auf die Luft- und Speiseröhre drücken und so das Schlucken und Atmen erschweren.
Was ist dann zu tun?
Anke Meyer: In schweren Fällen sollte operiert werden – auch bei Knoten der Schilddrüse, bei denen nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden kann, dass sie gutartig sind. Übrigens gehören große Narben am Hals in den meisten Fällen der Vergangenheit an. Heute sind sichere und qualitativ überzeugende Operationen über kleine Schnitte möglich.
Wie kann man einer Fehlfunktion der Schilddrüse vorbeugen?
Dr. Henning Henke: Die gesunde Schilddrüse braucht Jod als Treibstoff. Ist keine Überfunktion bekannt, sind beispielsweise jodiertes Salz und Seefisch auf dem Speiseplan ratsam. Die Statistik belegt, dass an den Küsten deutlich weniger Schilddrüsenerkrankungen zu verzeichnen sind, was auf den regelmäßigen Verzehr von Seefisch zurückzuführen ist.
Anke Meyer: Wir wollen beim 1. Haaner Schilddrüsentag am 9. März möglichst viele Themen abdecken und hoffen auf den Austausch mit den Besuchern. Wer möchte, kann am Ende der Veranstaltung seine Schilddrüse per Ultraschall untersuchen lassen – auch das natürlich kostenlos.



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