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Juli 2015

Betreuungsassistenz: Neue Chance im Altenheim

Einfühlsamkeit, Geduld und viel Verständnis das brauchen Betreuungsassistenten wie Jekatarina Horn. Die 53-Jährige wurde drei Monate über die Agentur für Arbeit qualifiziert und arbeitet jetzt im St. Marien Altenheim.

Winfried Heinz (links) teilt seine Erinnerung mit Jekatarina Horn. Die Betreuungsassistentin wurde erfolgreich qualifiziert und arbeitet nun mit den Bewohnern im St. Marien Altenheims.

Winfried Heinz (links) teilt seine Erinnerung mit Jekatarina Horn. Die Betreuungsassistentin wurde erfolgreich qualifiziert und arbeitet nun mit den Bewohnern im St. Marien Altenheims.

Im Altenheim wollte Jekatarina Horn eigentlich nicht arbeiten. Doch jetzt ist sie begeistert von ihrer neuen Aufgabe im St. Marien Altenheim in Monheim. Die Arbeitsagentur hat die Kosten für die Qualifizierung der 53-Jährigen übernommen. „Wir haben viel über Alterungsprozesse gelernt, über Demenz und wie wir richtig damit umgehen“, sagt Jekatarina Horn. Zwei Wochen Praktikum rundeten die Ausbildung ab. „Da haben wir uns kennengelernt“, sagt Irmgard Hoffmann. Die Pflegedienstleiterin im St. Marien Altenheim konnte ihrer ehemaligen Praktikantin dann auch gleich eine Stelle anbieten. Zwei Wochen nach der erfolgreichen Qualifizierung konnte sie im Monheimer Altenheim an der Alten Schulstraße ihren neuen Job anfangen. Acht Betreuungsassistenten arbeiten zurzeit im St. Marien Altenheim – zusätzlich zur Sozialen Betreuung, die Gruppenangebote für alle Bewohner organisiert.

Jekatarina Horn sitzt bei Winfried Heinz. Der 85-Jährige freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihr. Dann schwelgen sie in seinen Erinnerungen, an seine Frau, an die Zeit im Indianerclub. „Das ist eine ganz individuelle Einzelbetreuung“, erklärt Irmgard Hoffmann. Die gab es bis zum Jahreswechsel nur auf Antrag bei Bewohnern mit demenziellen Veränderungen. „Jetzt wird sie zum Glück für alle Bewohner finanziert.“ Entsprechend groß ist der Bedarf an Betreuungsassistenten. „Nicht nur im St. Marien Altenheim, sondern auch in den anderen Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe haben wir noch entsprechende Stellen frei“, sagt Irmgard Hoffmann. Betreuungsassistenten tragen viel zum Wohlbefinden der Bewohner bei und entlasten auch die Pflegekräfte. Ein Gang auf den Markt, ein Besuch auf dem Friedhof zum Grab des Partners, Handmassagen, ein bisschen Wellness – im Kontakt mit den Bewohnern erfährt man viel, muss auch viel aushalten. „Es ist wichtig, dass unsere Betreuungsassistenten auch mit den persönlichen Geschichten der Bewohner, den Sorgen und Erinnerungen professionell umgehen können“, sagt Irmgard Hoffmann. Das könne nicht jeder. „Wir unterstützen unsere Mitarbeiter und schulen sie regelmäßig.“

Bei der Suche nach den richtigen Bewerbern hilft Inga. Die Interne ganzheitliche Integrationsberatung der Agentur für Arbeit verfolgt einen sehr persönlichen Ansatz, um Langzeitarbeitslose wieder dauerhaft in Arbeit zu bringen. „Wir schauen uns die Einzelfälle genau an und erarbeiten gemeinsam mit dem jeweiligen Arbeitssuchenden eine Strategie - unterstützt von speziell geschulten Beratern, die Potenziale erkennen, Möglichkeiten zur Vermittlung suchen und gegebenenfalls Umschulungen einleiten", erklärt Marcus Kowalczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mettmanner Agentur für Arbeit. Jekatarina Horn sei ein gutes Beispiel für die Wirksamkeit des Projekts – und ein Gewinn für das St. Marien Altenheim.



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