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Juli 2015

"Keine Keime" im St. Remigius Krankenhaus Opladen

Bis zum 16. Juli fordert die interaktive Ausstellung im Klinikfoyer zum gemeinsamen Kampf gegen Keime auf.

„Keine Keime“ so steht es in großen gelben Lettern jetzt in der Eingangshalle des St. Remigius Krankenhauses Opladen. Bis zum 16. Juli ist die Wanderausstellung der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen dort zu Gast. Für Krankenhaus-Direktor Dr. Martin Biller war es keine Frage, dass die Ausstellung auch noch Opladen geholt wird. Hygiene sei ein wichtiges Thema, dem man sich in seinen Häusern – auch das St. Josef Krankenhaus in Wiesdorf steht unter seiner Leitung – schon lange verschrieben habe. Seit Jahren haben die Häuser das Hygiene-Siegel des mre-netzes regio rhein-ahr. Dieses Siegel bestätigt, dass die Qualitätsstandards zur Vermeidung und Eindämmung multiresistenter Keime eingehalten werden. Mit der Ausstellung habe man die Gelegenheit, dieses Engagement auch noch einmal in die Öffentlichkeit zu transportieren.


Steril wird es im Krankenhaus niemals sein. „Das will auch niemand“, sagt Natalie Commandeur, eine von zwei Hygienefachkräften im St. Remigius Krankenhaus. Keime – der Begriff ist zunächst einmal negativ besetzt. Dabei helfen Bakterien auch bei der Verdauung, bei der Aufnahme von Vitaminen beispielsweise. Gelangen Keime aber in Wunden können aus an sich guten Bakterien Krankheitserreger werden. Damit sich diese gerade im Krankenhaus nicht weiter verbreiten, steht die Händehygiene an erster Stelle. „Wir schulen die Mitarbeiter immer wieder, wann und wie sie ihre Hände desinfizieren sollen“, nennt Elmar Klebert mit den Schulungen ein wichtiges Aufgabengebiet der Hygieneabteilung. Als Leitende Hygienefachkraft der Kplus Gruppe, zu der auch die beiden Leverkusener Krankenhäuser gehören, setzt er auf einheitliche Standards. „Daher arbeiten wir in Netzwerken gemeinsam mit anderen Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten, den Rettungsdiensten und anderen.“ Gemeinsam könne man den Kampf insbesondere gegen multiresistente Erreger aufnehmen.
Die sind ein besonderes Problem. Viele Bakterien sind inzwischen gegen Antibiotika resistent und können Entzündungsherde nicht mehr bekämpfen. Häufige Antibiotikagaben, frühzeitig abgebrochene Antibiotikatherapien und der vorbeugende Einsatz in der Massentierhaltung führen dazu, dass Keime Resistenzen ausbilden können. „Es findet aber ein Umdenken bei der Verordnung statt, damit wir auch zukünftig noch wirksame Medikamente haben“, sagt Dr. Martin Biller.


Auch bei den Besuchern im Krankenhaus findet ein Umdenken statt. „Zu Stoßzeiten bildet sich schon einmal eine Schlange vor dem Desinfektionsmittelspender im Eingangsbereich“, erzählt Natalie Commandeur. Nicht immer arbeiten die Besucher dann alle sechs Schritte der Händedesinfektion ab, wie sie die Mitarbeiter bis zu 60 Mal am Tag durchführen. Trotzdem: Das Bewusstsein, dass jeder einzelne daran mitarbeiten kann, dass sich Patientenkeime nicht verbreiten, ist ein wichtiger erster Schritt. Am Elmar Klebert rät jedoch davon ab, die hohen Standards auf den normalen Alltag zu übertragen. „Zuhause reicht es bei gesunden Menschen vollkommen aus, sich die Hände mit Seife zu waschen.“



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