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November 2014

Infotag zur Darmgesundheit im St. Remigius Krankenhaus Opladen

Der Darm reagiert sehr sensibel. Über Millionen von Nervenzellen ist er direkt mit dem Gehirn verbunden. Gelegentlich wird er sogar als unser zweites Gehirn bezeichnet. Nicht nur entwickelt er oft ein "Eigenleben", sondern auch viele Entscheidungen werden spontan, gleichsam aus dem Bauch heraus, getroffen. Dennoch sind Themen, die mit dem Darm zusammenhängen, in unserer Gesellschaft mit Tabus behaftet. Kaum jemand spricht gerne über Darmprobleme. Am 8. November von 11.00-15.30 Uhr findet im Foyer des St. Remigius Krankenhaus ein Infotag zur Darmgesundheit statt.

Darmmodell

Der Darm ist das größte Organ des Menschen. Doch nicht nur seine Größe ist beeindruckend, auch sein vielseitiges Aufgabenspektrum. Das Schlingensystem filtert aus der Nahrung nicht nur lebenswichtige Bestandteile heraus, sondern beherbergt in der Darmflora auch 80 Prozent des Immunsystems. Damit sind die Darmwände die effektivste Verteidigungslinie des Körpers. Und fühlen wir nicht auch im Bauch das Flattern von Schmetterlingen? Kurzum: Gesundheit beginnt im Darm. Dieser Erkenntnis fühlen sich die Experten des Darmzentrums Kplus St. Remigius Leverkusen verpflichtet und wollen mit der Veranstaltung aufklären, was jeder einzelne für die Darmgesundheit tun kann. Neben Darmerkrankungen wie Hämorrhoiden, gutartigen Polypen, entzündlichen Darmerkrankungen wie Divertikulitis, Colitis und Morbus Crohn ist z.B. Darmkrebs viel häufiger therapierbar als allgemein geläufig. “Es ist heute wissenschaftlich und medizinisch so viel bekannt, dass es zumindest möglich ist, durch Vorbeugung und Vorsorge das persönliche Krebsrisiko zu senken“, so die entschiedene Auffassung von Dr. Dirk R. Wassenberg, Leiter des Darmzentrums und Chefarzt der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirugie am Opladener Haus.

Am Informationstag gibt es ein vielfältiges Vortragsprogramm rund um das Thema Darmgesundheit, bei dem Fachleute des Hauses und anderer Kliniken, Niedergelassene der Umgebung und Vertreter von Selbsthilfegruppen zu ihren Themen referieren. Die Aspekte Vorbeugung und Prävention nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Zur Vorbeugung zählen Maßnahmen, die das tägliche Leben betreffen. So gibt es zum Beispiel wertvolle Tipps zur Ernährung und deren –umstellung. Die Ernährungsberaterin am St. Remigius Krankenhaus Opladen Doris Mersmann erklärt ihren Ansatz: „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, um dann in kleinen Schritten zu einer gesünderen Ernährung zu kommen.“ Wegweisendster Aspekt dabei: Die Verdauung muss funktionieren, denn alles, was der Darm nicht abtransportiert, kann krank machen. „Bei der Veranstaltung erhalten Sie viele Tipps, um das eigene Wohlbefinden zu stärken.“ Vorsorge durch Ernährung lässt sich in den Alltag integrieren, die regelmäßige Vorsorge durch eine Darmspiegelung dagegen kostet oft Überwindung. Doch gerade diese Untersuchungsmethode ermöglicht es, ernsthaftere Erkrankungen früh zu identifizieren, zu behandeln und bestenfalls eine Krebserkrankung zu verhindern oder eine bestmögliche Behandlung einzuleiten. Trotzdem nehmen nur etwa zehn Prozent aller Frauen und Männer der Altersgruppe ab 55 Jahren diese Art der kostenfreien Vorsorge in Anspruch. Daher der Appell von Dr. Wassenberg: „Das Schicksal lässt sich beeinflussen. Zögern Sie nicht, zur Untersuchung zu gehen.“

Zwischen den Vortragseinheiten rund um die Darmgesundheit haben die Besucher die Möglichkeit, an Führungen durch die Endoskopie teilzunehmen, sich an zahlreichen Ständen in der Eingangshalle und im Bereich der Endoskopie über unterschiedliche Themen wie Pflegemaßnahmen inkl. Blutdruck- und Pulsmessung, Hygienemaßnahmen und Wundversorgung, medikamentöse Therapie sowie Untersuchungs- und Operationsmethoden zu informieren. Außerdem gibt es ein Modell für minimal-invasives Operieren, wo Besucher selbst ihre operativen Fertigkeiten testen können. Der Pathologe Priv.-Dozent Dr. Peter Schmiegelow öffnet die Türen seines Institutes und demonstriert unter anderem die Techniken der feingeweblichen Untersuchung von Probematerialien aus Magen und Darm.

Eine besondere Attraktion ist aber sicherlich das begehbare Darmmodell im Foyer, in dem sich die Besucher über verschiedene Darmerkrankungen anschaulich informieren können. Auch an die jüngsten Besucher ist gedacht. Für Kinder gibt es einen extra Stand, an dem sie sich schminken lassen können.



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