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August 2014

Schlaganfall: Qualität durch Teamarbeit

Die Schlaganfall-Station der St. Lukas Klinik stellt sich dem Vergleich. Die Ärztekammer Nordrhein hat die Behandlungsdaten von knapp 24.000 Schlaganfallpatienten ausgewertet – mit sehr guten Ergebnissen für die Solinger Klinik, die neben der Stadt Solingen auch den Kreis Mettmann versorgt.

Neurologischer Chefarzt Prof. Dr. Marcel Dihné

Neurologischer Chefarzt Prof. Dr. Marcel Dihné

Mit einem Schlag fand Lina Müller* die Worte nicht mehr, wusste wohl, dass sie Kaffee trinken wollte, konnte es aber nicht sagen. Ein fiktiver Fall, der so aber nicht ungewöhnlich für die Neurologen der St. Lukas Klinik ist. „Wenn der Schlaganfall das Sprachzentrum des Gehirns betrifft, sind oftmals Wortfindungsstörungen das erste Symptom“, sagt Prof. Dr. Marcel Dihné. Meist, so der Chefarzt der Neurologie, würde diese aber dann eher als Verwirrtheit beschrieben, weisen aber schon darauf hin, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte. Dann muss es schnell gehen: Klinische Test, Computertomographie, Blutwerte. „Wir müssen schnell herausfinden, was die Durchblutungsstörung ausgelöst hat“, sagt der Neurologe. Blutet es im Gehirn oder hat sich – wie bei Lina Müller – ein Gerinnsel aus dem Herzen gelöst und wurde ins Gehirn geschwemmt. Noch im CT beginnt dann die so genannt Lyse-Therapie. „Selbst diese zehn Minuten, die es von der Radiologie auf die Schlaganfallstation braucht, sparen wir uns.“

Time is brain, sagen die Neurologen. Zeit ist Gehirn. Jede Minute mangelnder Durchblutung stirbt Hirngewebe ab – mit unter Umständen verheerenden Folgen für die Lebensqualität der Patienten. „Studien belegen, je früher Pysio- und Ergotherapeuten und die Logopäden mit der rehabilitativen Therapie beginnen, desto erfolgreicher ist sie“, sagt Christian Hullmann, Leiter des Therapiezentrum Solingen, der sich mit seinen 27 Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten um die schnelle Rehabilitation kümmert. Schließlich steht nach einem Schlaganfall die Frage nach Selbständigkeit und Lebensqualität im Raum.

Seit 2009 ist das Schlaganfallzentrum Kplus Stroke Unit Solingen im Auftrag der Deutschen Schlaganfallhilfe zertifiziert und stellt sich seither regelmäßig den externen Qualitätskontrollen, die von erfahrenen Neurologen durchgeführt werden. Trotzdem stelle man sich jedes Jahr auch dem Vergleich, den die Ärztekammer Nordrhein durchführt. Denn auch im Vergleich lasse sich Qualität festmachen. Die Ergebnisse innerhalb dieses Vergleichs von 37 Schlaganfallzentren ist überdurchschnittlich. „Schlaganfälle behandeln können wir sehr gut“, sagt Dirk Hemsing vom Qualitätsmanagement. Doch Qualitätsmanagement heißt auch, sich ständig zu hinterfragen, die Abläufe auszumachen, bei denen man noch besser werden könne. „Dafür treffen wir uns regelmäßig mit allen, die an der Behandlung beteiligt sind.“ Ärzte, Pflegende der Schlaganfall- und der neurologischen Normalstation, Therapeuten, die Mitarbeiter des Sozialdienstes, Qualitätsmanager, Medizincontroller usw. Prof. Dr. Marcel Dihné: „Um einen Schlaganfall gut zu behandeln, brauchen wir ein multiprofessionelles Team, das Hand in Hand arbeitet.“

Sechs Stroke-Plätze für die akute Schlaganfalltherapie hält die St. Lukas Klinik vor. Bedarf für weitere sechs Plätze sehen Geschäftsführer Wolfram Bannenberg und Chefarzt Prof. Dr. Marcel Dihné angesichts der Fallzahlen. „Wir haben sechs weitere Plätze beim Land beantragt“, so Wolfram Bannenberg. Eine Entscheidung stehe noch aus. „Vor Ende des Jahres rechne ich allerdings nicht damit.“

 

*Name geändert



< Wohnberatung im St. Josef Wohnen mit Service Haan