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Mai 2014

Ein Debüt zur richtigen Zeit – Am 28. Mai ist der erste „World Blood Cancer Day“

In diesem Jahr hat die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei den 28. Mai zum World Blood Cancer Day ernannt, um ein Zeichen im Kampf gegen Blutkrebs zu setzen und potenzielle Spender zu motivieren. Für den Chefarzt der Onkologie und Hämatologie an der St. Lukas Klinik, Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht, eine wichtige Aktion.

Chefarzt der Onkologie und Hämatologie an der St. Lukas Klinik, Solingen: Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht.

Chefarzt der Onkologie und Hämatologie an der St. Lukas Klinik, Solingen: Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht.

Warum ist der World Blood Cancer Day sinnvoll und unterstützenswert?
Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht: Derartige Tage helfen bei der Aufklärungsarbeit enorm, sie sorgen für ein Aufbruchsgefühl und erreichen durch die zeitliche Bündelung eine große Öffentlichkeit. Das ist wichtig, denn der Erfolg der Arbeit im Kampf gegen Blutkrebs ist mit abhängig von Stammzellenspendern. Hier herrscht immer noch großer Bedarf.

Wie wird in der St. Lukas Klinik Blutkrebs behandelt?
Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht: An der St. Lukas Klinik sind wir spezialisiert auf die Behandlung des Myelodysplastischen Syndroms, kurz MDS oder im Volksmund auch Frühleukämie genannt. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse und Medikamente mit denen belastende Chemotherapien und Transfusionen umgangen werden können. Geht das MDS in eine akute Leukämie über, muss hingegen mit diesen Mitteln gekämpft werden. Wir können nahezu alle modernen Therapieverfahren anbieten. Unsere Abteilung hilft und organisiert in Kooperation mit den umliegenden Universitätskliniken auch bei der Umsetzung einer Stammzelltransplantation. Hier sollen solche Aktionstage greifen, deren Ziel es ist, die Bevölkerung zur Registrierung für eine Stammzellenbank zu motivieren.

Was hindert die Menschen daran, sich als Stammzellenspender zu registrieren?
Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht: Oftmals sind es kursierende Halbwahrheiten. So wird leider häufig Knochen- mit Rückenmark verwechselt. Das Rückenmark bleibt bei einer Spende unangetastet, es wird Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Ein kurzer operativer Eingriff ohne großes Risiko. Als alternative Form des Spendens werden die Stammzellen aus der Blutbahn gewonnen, ein Prozess ähnlich der Blutspende. Wichtig ist auch, dass sich die Stammzellen mit den nächsten zwei Wochen wieder nachbilden.

Gibt es einen typischen Spendenverlauf?
Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht: In der Regel kommt es bei höchstens fünf von 100 potenziellen Spendern zu einer Spende innerhalb der ersten zehn Jahre. Passen Spender und Patient zusammen geht es relativ schnell. Der Spender wird informiert und gefragt, ob er immer noch bereitsteht. Dann erfolgt die Einladung in ein genanntes Krankenhaus. Die Entnahme über die Blutbahn dauert 4 bis 8 Stunden und erfolgt ambulant. Kommt es zu einer Knochenmarkspende ist ein kurzer stationärer Aufenthalt nötig. Der Arbeitgeber des Spenders wird kontaktiert und um eine Freistellung gebeten, Komplikationen sind hier eine absolute Seltenheit, schließlich geht es darum ein Leben zu retten.

Gibt es eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme zwischen Patient und Spender?
Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht: Die Regelung in Deutschland sieht einen Kontakt erst nach zwei Jahren vor, in der Zwischenzeit können sich Patient und Spender jedoch anonym Briefe schreiben. Sind dann beide Seiten einverstanden wird ein persönlicher Kontakt ermöglicht. Nicht selten entstehen daraus lebenslange Freundschaften.



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