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Mai 2014

Das Bauchaortenaneurysma – Wie eine tickende Zeitbombe...

Jährlich sterben in Deutschland etwa 12.000 Menschen an einem unentdeckten Bauchaortenaneurysma – dabei ist eine erweiterte Bauchschlagader mit einer einfachen Vorsorgeuntersuchung zu entdecken. Das Gefäßzentrum Kplus Haan beteiligt sich mit einer Veranstaltung am 10. Mai 2014 am bundesweiten Screeningtag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Hierzu Dr. Udo Huberts, Chefarzt der Gefäßchirurgie am St. Josef Krankenhaus Haan.

Chefarzt Dr. Udo Huberts, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Herzchirurgie.

Chefarzt Dr. Udo Huberts, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Herzchirurgie.

Was versteht man unter einem Bauchaortenaneurysma?
Dr. Udo Huberts:
Unter einem Bauchaortenaneurysma versteht man eine gefährliche Erweiterung der Hauptschlagader im Bauchraum. Normalweise misst diese bei Männern 2,2 Zentimeter im Durchmesser und bei Frauen 1,8 Zentimeter. Bei einer Vergrößerung um mindestens das Doppelte sprechen wir von einem Aneurysma. Ab einem Durchmesser von 5 cm bei Männern und 4,5 cm bei Frauen  sollte ein solches Aneurysma ausgeschaltet werden. Bei kleineren Aussackungen reichen zunächst regelmäßige halbjährliche Ultraschallkontrollen, um das Wachstum und seine Geschwindigkeit zu überwachen.

Warum ist eine solche Aussackung so gefährlich?
Dr. Udo Huberts:
Eine schnelle Diagnose und Therapie sind lebenswichtig. Denn platzt ein Bauchaortenaneurysma, bleibt nicht viel Zeit, um ein geeignetes Krankenhaus aufzusuchen. Ein Aneurysma im Bauchraum verursacht nämlich sehr lange Zeit keinerlei Symptome. Es schlummert praktisch wie eine tickende Bombe im Bauch des Patienten und kann jederzeit platzen. Wenn ein Aneurysma platzt erreichen nur noch 50 % der Patienten lebend die Klinik.

Wer ist besonders gefährdet?
Dr. Udo Huberts:
Männer sind sechsmal häufiger betroffen als Frauen. Die größte Risikogruppe sind Männer ab 65 Jahre und Raucher. Diese machen einen Anteil von 14 Prozent aus – ohne jemals ein Symptom zu verspüren.

Welche Vorsorgemöglichkeiten hat man?
Dr. Udo Huberts:
Eine einfache, kurze, den Patienten kaum belastende Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob eine Vergrößerung vorliegt. Eine in der Bevölkerung breit angelegte Vorsorgeuntersuchung – ein so genanntes Screening – könnte viele Leben retten. Studien aus anderen europäischen Ländern zeigen, daß so das Risiko an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma zu sterben um 50 Prozent gesenkt werden könnte. Leider gehört die Untersuchung nicht in den Vorsorgekatalog der Krankenkassen.

Was erwartet die Besucher des Aktionstages?
Dr. Udo Huberts:
Es wird eine kostenlose Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes geben. Da wir hierfür keine Termine vergeben, kann es allerdings zu Wartezeiten kommen. Um 10.30 Uhr halte ich einen Vortrag zum Thema. Dann wird auch Zeit für die Beantwortung von Fragen sein.


Aktionstag Bauchaorta im Gefäßzentrum Kplus
Samstag, 10. Mai 2011, 9.30 bis 12.30 Uhr
Aula im St. Josef Krankenhaus Haan
Robert-Koch-Straße 16

10.30 Uhr Vortrag

„Das Bauchaortenaneurysma – eine tickende Zeitbombe“
Dr. Udo Huberts, Chefarzt Gefäßchirurgie St. Josef Krankenhaus Haan

Kostenlose Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, daher sind Wartezeiten möglich.



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