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März 2014

Filzen im St. Albertus Altenheim

Helle Stimmen, Getuschel und herzliches Gelächter klingen durch die Räume des St. Albertus Altenheim. Acht Kinder der Kindertagesstätte St. Remigius filzen unter Anleitung der Künstlerin Sandra Struck-Germann einen Vormittag lang mit Bewohnern des Seniorenheims an der Talstraße.

Filzen mit Bewohnern des St. Albertus Altenheim

Kinder aus der KiTa St. Remigius filzen mit Bewohnern des St. Albertus Altenheim - v.l.: Lydia Engels (Pflegedienstleiterin im St. Albertus Altenheim), Sandra Struck-Germann (Filzkünstlerin), Gerda Bergmann (Leiterin der KiTA St. Remigius) und Petra Bünz (Erzieherin)

Irene Wollek lässt sich den besonderen Kniff erklären

Seit 15 Jahren schon besteht die Verbindung zwischen dem Seniorenheim „St. Albertus“ und der Kindertagesstätte St. Remigius (Adalbert-Stifter-Straße). Der Name des Projektes „Alt und Jung“ erklärt, worum es geht. Alte und junge Menschen lernen sich mit ihren Besonderheiten kennen, verbringen Zeit zusammen und machen etwas gemeinsam. Nahezu einmal im Monat kommen die neun Kinder und verbringen Zeit mit den ausgewählten Bewohnern. Auf diese Begegnung wurden die Kinder, einschließlich ihrer Eltern, im Vorfeld gewissenhaft vorbereitet. Nicht selten haben sich Patenschaften zwischen Senioren und Kindern gebildet. Lydia Engels, Pflegedienstleiterin des St. Albertus Altenheim sagt: „Hier wird geübt, was für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig ist: Fürsorge, Verantwortung, Bindung.“ Die Leiterin des Kindergartens Gerda Bergmann ergänzt: "Ich denke, dass die Kinder bewusst miterleben, dass ein älterer Mensch nicht mehr so beweglich ist, krank werden kann, aber auch manche Dinge durchaus besser kann.“ Zum Beispiel Handarbeiten.

Am Donnerstag, den 20. März steht für Groß und Klein etwas Besonders auf dem Plan. Der Frühlingsanfang mit seinem sonnigen Wetter ist wie gemacht für die leuchtenden Filzblumen, die heute gebastelt werden sollen. „Speziell durch das Filzen werden bei den Bastelnden gleich mehrere Sinne angesprochen“, so die Filzkünstlerin Sandra Struck-Germann, die mit ihrer Kunstfertigkeit auch Bewohner anderer Senioreneinrichtungen der Kplus Gruppe erfreut. Die kräftigen Farben, die weiche Wolle, das warme Wasser, der Seifenschaum, die filigranen Perlen für die Verzierung sind nur einige Elemente, mit denen sich die Bastelnden auseinandersetzen müssen. Hinzu kommt, dass Filzen auch mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten eine gute Alternative zu Bastelarbeiten mit aufwändigeren Techniken darstellt. Gelegentliche anfängliche Skepsis wandelt sich erfahrungsgemäß in Begeisterung und Zufriedenheit. Manche älteren Damen haben mit Eifer gleich mehrere Blumen gefilzt.

Beate Schnippering von der Sozialen Betreuung ist sich sicher, dass die gemeinsame Filzaktion mit den Kindern besonders schön für die Bewohner ist: "Kinder sind mit ihrer Unbekümmertheit für viele Senioren wie eine Batterie des Lebens. Es ist immer wieder wunderbar mit anzusehen, wie es ihnen gelingt, ein Lächeln in die Gesichter der Senioren zu zaubern.“ Ihre Kollegin Petra Schremmer ergänzt: „Wenn dann noch die Freude über dieses wunderbare Ergebnis des Selbstgeschaffenen hinzu kommt – einfach perfekt."

Es ist ein Vorurteil, dass Senioren immer nur Ruhe wünschen. Irene Wollek, 83 Jahre alt, antwortet auf die Frage, ob es ihr nicht gelegentlich zu trubelig mit den Kindern wird, die wie ein Frühlingssturm hereinwehen: „Ach was, Kinder sind Kinder. Man wird noch einmal an seine Kinder erinnert, da kommen Träume wieder."Nach zwei Stunden Filzen ist Zeit fürs Mittagessen. Bevor die Gruppe auseinandergeht, fassen sich alle an den Händen und singen ein Lied zum Abschluss. Die Filzblumen leuchten fröhlich im Haar oder am Pullover.

 

 



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