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Februar 2014

Mit 100 Jahren an der Halsschlagader operiert

Im St. Josef Krankenhaus Haan wurde die 100-jährige Agnes Imbusch erfolgreich an der Halsschlagader operiert, um das Risiko eines Schlaganfalles zu minimieren. Für Chefarzt Dr. Udo Huberts war der Eingriff keine Frage des Alters und ein gutes Beispiel für gelungene Zusammenarbeit zwischen dem Schlaganfallzentrum Kplus in Solingen und dem anerkannten Gefäßzentrum in Haan.

Dr. Udo Huberts besucht die 100-jährige Agnes Imbusch einen Tag nach ihrer Operation.

Dr. Udo Huberts besucht die 100-jährige Agnes Imbusch einen Tag nach ihrer Operation.

Letzten September hat die Haanerin Agnes Imbusch im großen Kreis der Familie stolz ihren 100. Geburtstag gefeiert. „Es waren alle da“, berichtet ihre 70-jährige Tochter Ursula Schöps. Darunter Agnes Imbuschs drei Söhne und die drei Töchter, die acht Enkelkinder sowie die 13 Urenkel. Sie alle waren es auch, die vor wenigen Tagen mit einer Stimme gesagt haben: „Wir brauchen die Omi doch!“ Das war kurz nach dem erlittenen Schlaganfall, den Agnes Imbusch auf der Stroke Unit der St. Lukas Klinik in Solingen behandeln ließ. Die Schlaganfall-Spezialisten teilten der Haanerin mit, dass ein gefäßchirurgischer Eingriff an der Halsschlagader, bei dem diese ausgeschält wird, das Risiko eines weiteren Schlaganfalles deutlich senken würde. „Über die Entscheidung musste ich schon zwei Nächte schlafen“, erzählt Agnes Imbusch. Doch nachdem sie die persönlichen Risiken abgewogen und sich die Wünsche der Kinder und Enkelkinder in Erinnerung gerufen hatte, stand der Entschluss fest.

Von der Stroke Unit ging es ins zertifizierte Gefäßzentrum im St. Josef Krankenhaus Haan. „Die Zusammenarbeit der beiden spezialisierten Fachrichtungen funktioniert“, sagt Dr. Udo Huberts, Chefarzt der Gefäßchirurgie. Er operierte Agnes Imbusch kurz darauf. „Wenn man sie erlebt, ihre geistige und körperliche Fitness, den Wunsch noch viele Jahre zu leben, dann darf das Alter einer Operation nicht als Hindernis im Weg stehen“, so Dr. Udo Huberts. In der Gesellschaft müsse man sich von dem Gedanken verabschieden, dass solche Operationen im Alter keinen Sinn mehr machen. „Wichtig ist, jeden Einzelfall neu zu bewerten.“

Die Patienten von Dr. Udo Huberts sind im Schnitt 76 Jahre alt, der Eingriff war für ihn somit etwas Besonderes: „In meinen acht Jahren als Chefarzt ist sie die älteste Patientin, die ich operiert habe.“ Dass es Agnes Imbusch so kurz nach der OP bereits wieder gut geht, ist auch ein Verdienst der Narkoseführung. Durch den Schlaganfall ist allerdings ihr Sprachzentrum noch gestört. „Das ist natürlich schwierig für meine Mutter, sie redet doch so gerne“, sagt Ursula Schöps augenzwinkernd, vorausahnend, was ihre Mutter postwendend entgegnet: „Das kriegen wir in der Reha schon in den Griff!“ Für die Zeit danach kann man der 100-Jährigen vor allem gutes Wetter wünschen, denn „am meisten freue ich mich auf mein Zuhause und die Arbeit in meinem Ziergarten."



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