Details

November 2013

Gäste aus China in der Chirurgie – Jeder Besuch ist Motivation

Dr. Ling Ji, Attending Doctor am First Affiliated Hospital of Wenzhou Medical College und Dr. Jian Chen, Attending Doctor am Tongde Hospital of Zhejiang Province, hospitieren momentan an der St. Lukas Klinik in Solingen. In der Chirurgie lernen sie die Technik minimal-invasiver Eingriffe durch Chefarzt Dr. Markus Meibert kennen.

Mit respektvollem Abstand stehen Dr. Ling Ji (33) und Dr. Jian Chen (35) im OP-Saal von Dr. Markus Meibert in der St. Lukas Klinik. Dank 3D-Brillen können sie das Geschehen auf dem Monitor mitverfolgen. Darauf ist gerade eine minimal-invasive Magen-OP zu sehen. Durch zwei kleine Einschnitte am Bauch des Patienten, in die auch Kamera und Licht eingeführt werden, operiert Dr. Meibert mit Miniaturbesteck. Im Gegensatz zu einer offenen OP, wird das Bild der Kamera auf den Monitor projiziert. Die 3D-Technik sorgt für die räumliche Tiefe und erleichtert den Eingriff enorm. Routine für den solinger Viszeralchirurg, medizinisches Neuland für die hospitierenden Gäste aus China.

Anfang Oktober sind die beiden nach Solingen gekommen, um bei Dr. Meibert in der St. Lukas Klinik zu lernen. Dass mit derart moderner Technik in der St. Lukas Klinik gearbeitet wird, haben die beiden „Attending Doctors“ aus China anfangs nicht gedacht. „In meinem Krankenhaus haben wir über 20 OP-Säle, hier sind es vier, doch wir haben schnell gemerkt, dass das keine Rolle spielt“, erinnert sich Dr. Jian Chen vom „Tongde Hospital of Zhejiang Province“. Während ihrer Zeit an der St. Lukas Klinik haben sie das breite Spektrum der minimal-invasiven Operationsmöglichkeiten miterlebt, das von der Entfernung der Gallenblase, bis zur umfangreichen Tumorchirurgie führt. Derartige Eingriffe werden in Deutschland immer häufiger, da der Patient große Vorteile, wie eine verkürzte Regenerationszeit hat. „Besonders begeistert sind wir von der 3D-Technik“, erklärt Dr. Jian Chen. Die St. Lukas Klinik nutzt sie, wie nur 60 weitere Chirurgien deutschlandweit, vor allem bei laparoskopischen Eingriffen.

Zudem ist die Abteilung von Dr. Meibert im August 2013 von der „Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie" als „Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie“ re-zertifiziert worden. „Dafür müssen wir viele fachliche, wie technologische Voraussetzungen erfüllen“, erklärt Dr. Meibert, der sich seit über 20 Jahren als Viszeralchirurg mit der Minimal-Invasiven Chirurgie beschäftigt und seit mehr als 10 Jahren einen Lehrauftrag an der Aesculap-Akademie hält. Zu den Vergabekriterien gehört beispielsweise, dass mindestens drei Viszeral-Chirurgen für minimal-invasive Eingriffe zur Verfügung stehen und dass die Technik breit genug aufgestellt ist, damit OPs zeitgleich stattfinden können.

Diese Qualitätsmerkmale sind es, die auf die Hospitanten anziehend wirken. Zur Freude von Dr. Meibert: „Im Jahr kommen zirka acht Ärzte über die DCTA, die Stiftung für Deutsch-Chinesischen Technologie Austausch in die St. Lukas Klinik.“ Die Stiftung organisiert für die Ärzte von den nötigen Visa bis zur Unterkunft alles, damit sich die Teilnehmer ganz aufs Lernen und Kennenlernen konzentrieren können. „Wir wurden so herzlich empfangen, von den Mitarbeitern in der Klinik, von den Solingern allgemein, es war uns eine große Freude hier lernen zu dürfen und ein großes Abenteuer“, resümiert Dr. Ling Ji, der in einer Woche wieder am „First Affiliated Hospital of Wenzhou Medical College praktizieren wird. Doch nicht nur die beiden nehmen durchweg Positives mit, auch für Dr. Meibert spielen die Hospitationen eine wichtige Rolle: „Es macht mich und das ganze Team sehr stolz und rechtfertigt unseren Einsatz – jeder Besuch ist Motivation für uns alle."



< „Wohlfühlzeit“ – Friseur-Auszubildende verwöhnen Pflegeheim-Bewohner