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September 2013

Solingen kann Leben retten

Profis stehen im Notfall ein, doch die Hilfe beginnt bei jedem einzelnen. Darauf möchten während der Woche der Wiederbelebung die St. Lukas Klinik, das DRK und die Malteser aufmerksam machen. Am 18. September klären Profis auf, wie wichtig die Hilfe im Notfall von jedem von uns, für jeden von uns sein kann.

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen. „In einer Stadt wie Solingen sind es statistisch etwa 120 Herzstillstände im Jahr“, sagt Dr. Hans-Ulrich Giesen, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der St. Lukas Klinik. Daher solle jeder in der Lage sein, im Notfall einfache, aber lebensrettende Sofortmaßnahmen ergreifen zu können. „In jedem steckt ein Lebensretter.“ Die Überzeugung teilen auch das DRK und die Malteser, die sofort bereit waren, am 18. September 2013 die „Aktion Lebensretter“ auf dem Bremsheyplatz tatkräftig zu unterstützen.

Prüfen – Rufen – Drücken. Unter diesem Motto steht die „Woche der Wiederbelebung, ein Gemeinschaftsprojekt der Anästhesistenverbände, die bundesweit stattfindet und unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit steht. 1. Prüfen: Ist der Patient ansprechbar? Atmet er nicht oder nicht normal? Dann: 112 rufen. Und 3. „Drücken“. „Mindestens 100 mal pro Minute fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs drücken“, sagt Simone Hoch, Lehrrettungsassistentin und Sprecherin des Solinger Roten Kreuzes. Helfen können dabei die Bee Gees: Stayin’ alive gibt den richtigen Takt vor.

„Wir wollen mit der Aktion vor dem Solinger Hauptbahnhof Hemmschwellen abbauen“, sagt Marco LoGrande, Rettungsassistent bei den Maltesern: Vor vielen Jahren zur Führerscheinprüfung Gelerntes wieder auffrischen, Profis fragen und an Reanimationspuppen ein Gefühl für den richtigen Takt und die richtige Stärke bekommen. DRK und Malteser lassen Interessierte auch hinter die Kulissen schauen: Rettungswagen stehen zur Besichtigung zur Verfügung. Damit ist die Rettungskette nahezu komplett: medizinische Laien, Rettungssanitäter, Not- und Krankenhausärzte – und  eben den wichtigen Rettungswagen.

In Deutschland ist die Helferquote bei Herzstillstand im internationalen Vergleich sehr gering, nur in 17 Prozent der Fälle werden einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen. „Die Mund-zu-Mund, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig“, sagt Dr. Bernhard Plath, Notarzt und Leiter der Zentralen Aufnahmeeinheit der St. Lukas Klinik. Mit einer Herzdruckmassage können Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Man könne nichts falsch machen. „Der einzige Fehler ist, nichts zu tun.“
 


Tag der Wiederbelebung
18. September 2013, 14 bis 18 Uhr

Bremsheyplatz gegenüber des Solinger Hauptbahnhofes

St. Lukas Klinik, Deutsches Rotes Kreuz Solingen, Malteser Hilfsdienst

Eine Aktion der bundesweiten Woche der Wiederbelebung „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“

Eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V., des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V., des German Resuscitation Council e.V. und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie

unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit

www.einlebenretten.de



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