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Juli 2013

Patientenforum Gynäkologie

Statistisch gesehen wird jeder dritten Frau im Laufe ihres Lebens die Gebärmutter operativ entfernt. Diese Operation, die so genannte Hysterektomie, gehört damit zu den häufigsten Operationen in der Gynäkologie. Verschiedene Methode und ihre Vorteile erläutert Dr. Michael Etscheid, Leitender Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe an der St. Lukas Klinik, Solingen bei einem Patientenforum am 15. Juli, um 19.00 Uhr im Kplus Forum.

Dr. Michael Etscheid

Oberarzt Dr. Michael Etscheid

Über 100.000 Frauen sind in Deutschland jährlich betroffen, und doch ist das Thema weitgehend mit Tabus behaftet: die operative Entfernung der Gebärmutter, in der Fachsprache Hysterektomie genannt. Die Gründe für diesen Eingriff sind meist gutartige Erkrankungen wie Myome, Störungen der Menstruationsblutung oder eine Gebärmuttersenkung. Lediglich in circa zehn Prozent der Fälle ist eine Krebserkrankung Anlass für eine solche Operation. „Doch auch gutartige Veränderungen der Gebärmutter können einen hohen Leidensdruck mit sich bringen und operative Eingriffe erforderlich machen“, so Dr. Michael Etscheid, Leitender Oberarzt Gynäkologie und Geburtshilfe an der St. Lukas Klinik in Solingen. Ein hoher Prozentsatz der Patientinnen, bei denen die Gebärmutter entfernt werden muss, ist zwischen 40 und 60 Jahre alt ist. D.h. viele Frauen rund um die Wechseljahre müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Es verwundert nicht, dass dies von manchen als bedrohlich wahrgenommen wird, weckt der Ausdruck „Totaloperation“ keine angenehmen Assoziationen. Dass die Hysterektomie ein ernst zu nehmender Eingriff ist und ihre Notwendigkeit in jedem einzelnen Fall sorgfältig abgewogen werden muss, bestätigt auch Dr. Michael Etscheid. „Angst vor der Operation und ihren Folgen muss heute glücklicherweise keine Patientin mehr haben“, fügt er beruhigend hinzu. Er und das Team um Professor Klaus Meinen verfügen über ein breites Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten.

Die Gebärmutterentfernung kann in unterschiedlichem Umfang erfolgen und hängt von der Diagnose im Einzelfall ab. Zum einen kann die Gebärmutter samt Gebärmutterhals herausgenommen werden (totale Hysterektomie), zum andern können Teile des Uterus erhalten bleiben. Dann entnimmt der Arzt den Gebärmutterkörper und belässt den Gebärmutterhals (suprazervikale Hysterektomie). Bei letzter Methode wird mittels schonender „Schlüsselloch-Chirurgie“ der Uterus oberhalb des Gebärmutterhalses entfernt wird. Durch einen zehn Millimeter großen Schnitt im Nabel wird ein Laparoskop eingeführt – eine schmale Röhre, durch die der Chirurg eine winzige Kamera und eine Lichtquelle lenken kann, um in den Bauchraum hinein zu sehen. Zwei weitere kleine Schnitte im Unterbauch ermöglichen den Einsatz chirurgischer Instrumente, mit deren Hilfe die Gebärmutter Stück für Stück abgetragen und aus der Bauch­höhle heraus transportiert wird. Die Eierstöcke und Eileiter bleiben in der Regel erhalten, so dass in Folge der Operation keine hormonellen Störungen zu erwarten sind. Trotz der Vielzahl der operativen Eingriffsmöglichkeiten und den abnehmenden post-operativen Belastungen für die Patientinnen ist es den erfahrenen Gynäkologen wichtig, jeden Fall im Vorfeld sorgfältig daraufhin zu überprüfen, ob die Gebärmutter erhalten werden kann – dies gilt insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch.

Auf dem Patientenforum am 15. Juli um 19.00 Uhr spricht Dr. Michael Etscheid über minimal-invasive Operationsmethoden in der Gynäkologie. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.



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