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Juli 2013

Bewohner in Bewegung: St. Lukas Pflegeheim kooperiert mit dem Solinger Stadt-Sportbund

Viele Demenzkranke sind körperlich fit und haben eine hohen Bewegungsdrang. In Kooperation mit dem Solinger Stadt-Sportbund werden im St. Lukas Pflegeheim regelmäßig geführte Spaziergänge in die Ohligser Heide angeboten.

Begleiteter Spaziergang der Bewohner des St. Lukas Pflegeheims in die Ohligser Heide.

Begleiteter Spaziergang der Bewohner des St. Lukas Pflegeheims in die Ohligser Heide.

Die Freude ist spürbar als sich die kleine Gruppe in Bewegung setzt. Zwölf Bewohner des St. Lukas Pflegeheimes machen sich in Begleitung von Betreuern des Solinger Stadt-Sportbundes und des Pflegeheims auf zu einem Spaziergang in das Landschaftsschutzgebiet Ohligser Heide. Denn auch wenn die Senioren an Demenz erkrankt sind, sind sie körperlich verhältnismäßig fit. „Bewegungsdrang ist typisch für eine Demenzerkrankung“, sagt Claudia Sauer-Hengesbach vom St. Lukas Pflegheim. „Wir bieten hier im Haus vieles an, um dem gerecht zu werden.“ Doch die Sport- und Tanzrunden finden in der Regel im Haus selbst statt. Dank der Kooperation mit dem Solinger Stadt-Sportbund besteht nun neben den Ausflügen in die Stadt, die Ohligser Fußgängerzone, die Gelegenheit raus in die Natur zu gehen, andere Spaziergänger zu treffen und Tiere zu beobachten.

Die Menschen werden immer älter, oftmals ist mit dem Alter auch eine demenzielle Veränderung verbunden. „Wir haben gemeinsam mit den angeschlossenen Vereinen schon seit einiger Zeit um Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz entwickelt“, sagt Sportbund-Geschäftsführer Johannes Schmidt. Offene Angebote sollen folgen, ebenso wird versucht, mit neuen Ausbildungskonzepten mehr Übungsleiter für die Demenzangebote zu finden. Denn gerade die Bewegung draußen erfordert mehr Personal: drei Spaziergänger, ein Betreuer – in der Halle könnten größere Gruppen mit den vorhandenen Übungsleitern betreut werden. „Aber gerade die vielen Eindrücke in der Natur aktivieren die sinnliche Wahrnehmung unserer Bewohner“, erzählt Claudia Sauer-Hengesbach. Und wie nebenbei wird durch die verschiedenen Untergründe der Wege der Gleichgewichtssinn trainiert. Eine Sturzprophylaxe, die Freude bereitet.

Schnell zieht sich die Gruppe auseinander. „Wir haben echte Läufer dabei, aber auch Bewohner, die langsamer gehen“, nennt Claudia Sauer-Hengesbach einen weiteren Grund für die recht hohe Zahl der ehrenamtlichen Begleiter. Eine Stunde sind die Bewohner in der Heide unterwegs. Aber auch das hängt immer auch von der Tagesform der Bewohner ab. Allen gemeinsam ist nach dem Spaziergang ein gestärktes Körpergefühl, die Befriedigung, etwas geschafft zu haben – und der gesunde Schlaf nach der körperlichen Betätigung.



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