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Juni 2013

Tumorzentrum Kplus lädt zur Expertenrunde nach Haan

Im Kampf gegen den Krebs muss man auch mit Vorurteilen und Mythen aufräumen. Vorsorgeuntersuchungen gelten als unangenehm, doch Dr. Henning Henke, stellvertretender Vorsitzender des Tumorzentrums Kplus, spricht sich für die Früherkennung aus. Als Angebot für Patienten, Angehörige und Interessierte findet am kommenden Mittwoch die nächste Expertenrunde Krebs in Haan statt.

Dr. Henning Henke

Dr. Henning Henke

Gesundheit gilt als höchstes Gut – aber nur 14 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen nehmen die Gelegenheit zur Vorsorgeuntersuchung wahr. Herr Dr. Henke, wo liegen aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?
Dr. Henning Henke: Gerade Männer sind Vorsorgemuffel, sie hören in der Regel nicht so genau auf ihre Körper wie Frauen. Krebs ist aber eine tückische Erkrankung: In der Regel wächst ein Tumor sehr langsam und verursacht im Anfangsstadium keine Schmerzen. Und wenn ich keine Schmerzen habe, gehe ich auch nicht zum Arzt. Doch gerade bei Krebs müssen wir anders denken. Früh erkannt sind viele Tumore gut behandelbar. Viele Vorsorgeuntersuchungen sind auch bei weitem nicht mehr so unangenehm wie ihr Ruf.

Darmspiegelungen gelten als besonders unangenehm.
Dr. Henning Henke: Das bezieht sich in erster Linie auf die Darmreinigung. Inzwischen gibt es dazu aber Medikamente, die deutlich besser schmecken. Die Untersuchung selbst, bei der ein dünner, biegsamer Schlauch in den Darm eingeführt wird, geht dank der „Schlummerspritze“ bei den meisten Patienten fast unbemerkt vorbei. Viele erinnern sich gar nicht mehr an die Koloskopie und fragen, ob schon alles vorbei ist. Doch gerade die Darmspiegelung bietet den Vorteil, dass wir Polypen, aus denen nach jahrelangem Wachstum bösartige Tumore werden können, abtragen können. So kann der Krebs gar nicht erst entstehen.

Welche anderen Vorsorgeuntersuchungen gibt es noch?
Dr. Henning Henke: Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Da sich die Heilungschancen deutlich verbessern, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten die Untersuchungen für bestimmte Krebsarten abgestuft nach dem Alter. Die Untersuchung der Haut gehört beispielsweise dazu, bei Frauen die gynäkologische Untersuchung und ab dem 50. Lebensjahr die Mammographie, bei Männern ist ab 45 eine jährliche Prostata-Untersuchung empfohlen.

Das Tumorzentrum Kplus bietet jetzt zum sechsten Mal die Expertenrunde in der Region an. Wie sind die bisherigen Erfahrungen?
Dr. Henning Henke: Hier geht es natürlich nicht nur um Vorsorgeuntersuchungen. Auch wenn wir uns im Krankenhaus-Alltag Zeit für die Gespräche mit den Patienten und ihren Angehörigen nehmen, wissen wir, dass viele Informationen gar nicht aufgenommen werden. Die Aufregung und die Anspannung lässt vieles vorbeirauschen. Viele Fragen stellen sich auch erst im Verlauf der Therapien oder danach. Da immer Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen bei der Expertenrunde dabei sind, können Fragen aus verschiedenen Bereichen qualifiziert beantwortet werden.

Krebs. Sie fragen – Experten antworten.
Mittwoch, 3. Juli 2013, 18 Uhr
St. Josef Krankenhaus Haan
Konferenzraum 1. Etage
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.



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