Unfallchirurgie und Handchirurgie

Handchirurgie

Für den Bereich Handchirurgie bietet die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie eine spezielle fachärztliche Behandlung. Hierzu zählt insbesondere die Versorgung aller Verletzungen der Knochen, Gelenke, Sehnen, Nerven etc. sowie bei Verschleißerscheinungen. Für die Mikrochirurgie steht ein spezielles Operationsmikroskop zur Verfügung. Auch in der Handchirurgie gewinnen minimal invasive/endoskopische Operationsmethoden zunehmend an Bedeutung, wie z. B. arthroskopische Operation am Handgelenk oder endoskopische Operation des Karpaltunnelsyndroms (Nerveneinklemmung im Handwurzelbereich). Zum Behandlungsspektrum bei Verletzungen und Verschleißerscheinungen der Hand gehören vor allem Frakturen, Arthrosen, Nervenkompressionssyndrome (z. B. Karpaltunnelsyndrom), Schnellender Finger, Morbus Dupuytren (gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche), Epicondylitis (Tennis-/Golfer-Ellenbogen) sowie angeborene Fehlbildungen.

Arbeitsunfälle

Jährlich werden über 2.000 Arbeits- und Wegeunfälle in der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie behandelt. Die Abteilung ist von den Berufsgenossenschaften zum Verletzungsartenverfahren (Behandlung besonderer und schwerster Verletzungen) zugelassen. Selbstverständlich erstellen wir auch Gutachten für die Berufsgenossenschaften. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter Telefon 0 21 71/4 09-5 21 90.

Notfallmedizin

Die Mitarbeiter unserer Klinik sind insbesondere auch in der Versorgung und Behandlung der Notfallmedizin qualifiziert. Ein Notarzteinsatzfahrzeug ist direkt an der Klinik stationiert. Unsere Notfallambulanz ist rund um die Uhr besetzt. Die Behandlung von Verletzten und Schwerstverletzten erfolgt nach international anerkannten Leitlinien und Kriterien (ATLS®). Modernes Schockraummanagement im Bereich der Notaufnahme ermöglicht die schnelle und effiziente Erstversorgung für traumatologische Patienten. Die Klinik verfügt außerdem über die Zulassung zum Verletzungsartenverfahren der Berufsgenossenschaften.

Unfallchirurgie

Die Unfallchirurgie ist ein wesentlicher Bestandteil der Klinik. Täglich erfolgt die Versorgung von Unfällen (Arbeits-,Verkehrs-, Schul-, Sport- und Freizeitunfälle). Es werden nahezu sämtliche Verletzungen des Bewegungsapparates operativ und konservativ versorgt. Dies schließt Becken- und Wirbelsäulenverletzungen (Wirbelsäulenzentrum) ein. Minimal-invasive Eingriffe gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diagnostische und therapeutische Arthroskopien der Gelenkverletzungen haben einen bedeutenden Stellenwert in der modernen Unfallchirurgie.

Regionales Traumazentrum

Jedes Jahr erleiden über 35.000 Menschen in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Gerade bei Unfällen entstehen oft mehrere Verletzungen (Polytraumata), die einzeln oder in Kombination lebensbedrohlich sind. Die Überlebenschance eines Schwerverletzten hängt entscheidend von dem schnellen und zuverlässigen Zusammenspiel aller an der Behandlung Beteiligten ab.
Seit Anfang des Jahres ist die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des St. Remigius Krankenhauses Opladen zum zertifizierten Regionalen Traumazentrum innerhalb des Traumanetzwerkes Region Köln ernannt worden, in dem eine enge Kooperation mit weiteren Kliniken der Region besteht. In diesem Netzwerk unterstützen sich die Krankenhäuser gegenseitig bei der Behandlung komplizierter Fälle und greifen auf breite Strukturen sowie Expertenwissen zurück.

Die Traumanetzwerke haben sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende best- und schnellstmögliche Versorgung aller schwerverletzten Personen rund um die Uhr zu ermöglichen. Dazu sind standardisierte Abläufe, abgestimmte Qualitätskriterien, partnerschaftliche Kooperation sowie ständige Fort- und Weiterbildungen verpflichtend. Rettungsdienste, Feuerwehren, Ärzte, Mitarbeiter der Zentralambulanz sowie Zentren zur Behandlung spezieller Verletzungsfolgen nehmen neben den entsprechenden Krankenhäusern der Region an der Versorgung Schwerverletzter teil.

Das Traumazentrum am St. Remigius Krankenhaus Opladen vorsorgt alle Patientinnen und Patienten mit Verletzungen des Bewegungs- und Stützapparates. Gerade in der Polytraumaversorgung ist ein schneller, strukturierter Behandlungsablauf besonders wichtig, denn nach wie vor ist eine schwere Verletzung nach Verkehrs-, Arbeits- oder häuslichem Unfall die häufigste Todesursache bei Menschen unter 45 Jahren. Die Unfallchirurgen um Zentrumsleiter Dr. Peter Stolze arbeiten dabei eng mit allen Fachabteilungen des Hauses zusammen. Schwer verletzte Patientinnen und Patienten werden in einer speziellen Behandlungszentrale, dem so genannten Schockraum, erstversorgt. Innerhalb weniger Minuten haben die Ärzte und Pflegekräfte mit Röntgen, Ultraschall und Computertomograph einen Überblick der vorliegenden Verletzungen und können die Behandlung einleiten.

Die anonymisierten Behandlungsdaten werden im nationalen Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie analysiert.

Dem Traumanetzwerk Köln gehören unter anderem folgende Kliniken an:Universitätsklinik Köln, Vincenz Palotti Hospital Bensberg, Kreiskrankenhaus Mechernich, Heilig Geist Krankenhaus Köln, Kreiskrankenhaus Gummersbach GmbH, Krankenhaus Köln-Merheim, St. Franziskus Krankenhaus Köln, Sana-Klinikum Remscheid, Dreifaltigkeitskrankenhaus Wesseling, St. Katharinen Hospital Frechen, Krankenhaus Engelskirchen, Klinikum Leverkusen

Rheinisches Zentrum für Alterstraumatologie St. Remigius / St. Josef Leverkusen

Die Zahl der Unfälle mit Knochen- und Wirbelkörperbrüchen steigt bei Senioren in Folge der demografischen Entwicklung und eingeschränkter Mobilität stetig an. Oft sind diese Unfälle die Hauptursache für den Verlust der Selbstständigkeit und damit der häuslichen Umgebung. Um die Qualität der Diagnostik und Therapie weiter zu optimieren, wurde das Rheinische Zentrum für Alterstraumatologie St. Remigius / St. Josef Leverkusen gegründet. In Leverkusen haben sich die Fachabteilungen Orthopädie und Unfallchirurgie inklusive des Wirbelsäulenzentrums am St. Remigius Krankenhaus Opladen und die Geriatrie des St. Josef Krankenhauses Wiesdorf zusammengeschlossen. Ziel der fach- und hausübergreifenden Zusammenarbeit ist eine ganzheitliche Behandlung des älteren Patienten, um die größtmögliche Selbständigkeit nach dem Krankenhausaufenthalt zu erreichen und den Patienten möglichst wieder in seine häusliche Umgebung zu entlassen.
Trotz schonender Operationstechniken und Narkoseverfahren ergeben sich gerade bei älteren Patienten besondere Probleme in der stationären Versorgung.

  • Altersbedingte schlechtere Bruch- und Wundheilung
  • Oftmals mehrere (chronische) Begleiterkrankungen, die den Heilungsverlauf beeinflussen können
  • Eingeschränkte Mobilität
  • Akute Verwirrtheit durch die ungewohnte Situation, in der sich gerade die älteren Patienten oftmals nicht zurechtfinden
  • Demenz
  • Nahrungsverweigerung
  • Reaktive Depression

Mehr als 30 Prozent der ca. 1400 stationären unfallchirurgischen Patienten des St. Remigius Krankenhauses Opladen gehören dieser Patientengruppe an. Daraufhin wurde die bestehende Zusammenarbeit beider Krankenhäuser weiter ausgebaut und in ihren Strukturen optimiert. Schon bei der Aufnahme in der unfallchirurgischen Ambulanz werden durch spezielle Screening-Methoden die Risikopatienten identifiziert. Das Alter des Patienten mit seiner erhöhten Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen und Komplikationen ist ein Kriterium, aber nicht alleiniges Merkmal für die Einstufung. Patienten der Risikogruppe werden mindestens zweimal in der Woche während des stationären Behandlungsaufenthaltes von Geriatern und Unfallchirurgen visitiert. Gemeinsam besprechen Spezialisten aus der Unfallchirurgie und Geriatrie, Pflege, Therapie und Sozialdienst die weitere Behandlung.
Nach einer Operation im St. Remigius Krankenhaus Opladen kann es dazu kommen, dass zur optimalen Versorgung eine Verlegung zur weiteren Behandlung und gegebenenfalls Frührehabilitation in das St. Josef Krankenhaus Wiesdorf erfolgt. Auch hier führen Unfallchirurgen Visiten durch. Bereits während des stationären Aufenthaltes wird geplant wie der Patient nach der Entlassung aus dem Krankenhaus versorgt wird. Flankiert wird die umfassende medizinische Betreuung auch durch das Konzept der Familialen Pflege, bei dem Angehörige durch Schulungen, Beratungen und Besuche zuhause bei der Versorgung des Patienten unterstützt werden.
Das Zertifikat ist seit Februar 2015 gültig und wurde von der CERT iQ GmbH im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ausgestellt.

Die Seiten der Geriatrie am St. Josef Krankenhaus Wiesdorf finden Sie hier.

Kinderchirurgie

Die Erfahrungen in den unterschiedlichen Spezialgebieten kommen schließlich auch den jüngsten Patienten zugute, denn im Bereich der Kinderchirurgie befasst sich die Unfallchirurgie mit allen operationsbedürftigen Erkrankungen und Verletzungen im Kindesalter. Das Spektrum ist weit gefächert und umfasst neben angeborenen Fehlbildungen auch die operative Versorgung von Verletzungen. Krankenhausaufenthalte sind für Kinder und Eltern schwierig. Daher wurden in der Klinik mit speziell eingerichteten Zimmern und qualifiziertem Personal gute Rahmenbedingungen für einen kindgerechten Aufenthalt geschaffen. Die Klinik bietet eine spezielle Kindersprechstunde nach telefonischer Anmeldung über das Sekretariat unter Telefon 0 21 71/4 09-5 21 91 an.