Neurologie mit Schlaganfallzentrum/Stroke Unit

Die Versorgungsschwerpunkte der Neurologie

Diagnostik und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen

Neurodegenerative Erkrankungen sind meist langsam fortschreitende, erbliche oder sporadisch auftretende Erkrankungen des Nervensystems. Hauptmerkmal ist der fortschreitende Verlust von Nervenzellen. Dies führt zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen des Hirns wie Demenz (z.B. Morbus Alzheimer) oder Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson).

Bewegungsstörungen: Schwerpunkt  Morbus Parkinson
Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende Bewegungsstörung. Beim Morbus Parkinson kommt es zum Absterben von Nervenzellen im Mittelhirn.
Die wichtigsten Symptome sind das Zittern (Ruhetremor), die Muskelstarre (Rigor) und eine Bewegungsarmut (Hypokinese).

Zum Leistunggsspektrum der Abteilung für Neurologie gehören im Bereich der Frühdiagnostik und der Therapie:

  • klinische Untersuchung
  • L-Dopa oder Apomorphin-Test
  • Schnittbildgebung (CT, MRT)
  • Hirnparenchym-Sonographie (spezielles Ultraschallverfahren u.a. zur Darstellung der Substantia nigra)
  • Therapie beginnender Parkinson-Syndrome
  • Therapieoptimierung in allen Krankheitsstadien
  • Einstellung auf Apomorphin-Pumpe
  • Videodokumentation des Kranheitsverlaufes und der Therapiefortschritte


Demenz
Für einen kognitiven Abbau gibt es vielfältige Ursachen. Häufigste Ursache ist die Demenz vom Alzheimer-Typ. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl weiterer Ursachen. Neben der häufigen vaskulären Demenz durch Gefäßerkrankung bedingt, können z.B. Hirntumore, Hirnentzündungen, Hormonstörungen, chronische Vergiftungen, Vitaminmangelzustände ursächlich zu Grunde liegen. Da diese Erkrankungen teilweise gut behandelt werden können, ist die frühzeitige diagnostische Abklärung von Patienten mit den Symptomen einer Demenz unverzichtbar. Auch bei einer Demenz vom Alzheimer-Typ ist ein möglichst frühzeitiges Erkennen wichtig, weil die moderne Behandlung in frühen Phasen der Krankheit am effektivsten ist.
Für die Früherkennung bzw. dem Ausschluss von krankhaften Gedächtnisstörungen werden in der Abteilung für Neurologie folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • neurologische Untersuchung
  • neuropsychologischer Testung
  • Schnittbilduntersuchungen des Hirns (Computer- und/oder Magnetresonanztomografie)
  • Blut- sowie Nervenflüssigkeitsuntersuchungen

Im Leistungspektrum enthalten ist auch die Diagnose anderer Erkrankungen mit dementiellen Symptomen.

Elektrophysiologie

In der Abteilung für Neurologie werden Erkrankungen der Muskeln (Myopathie), der neuromuskulären Übertragung und Erkrankungen der peripheren Nerven sowie Erkrankungen der Vorderhornzellen behandelt.

Hierzu steht ein gut ausgestattetes elektrophysiologisches Labor zur Verfügung, in dem Evozierte Potentiale, Neuro- und Myographien durchgeführt werden können.

Spezielle genetische Untersuchungen und Muskel- oder Nervenbiopsien werden mit Kooperationspartnern durchgeführt.

Epileptologie

Im Versorgungsschwerpunkt Epileptologie werden anfallsartig auftretende neurologische Erkrankungen behandelt. Hierunter werden vor allem Epilepsien, aber auch Synkopen und andere Erkrankungen mit Bewusstseinsstörungen zusammengefasst. Es erfolgt die Abgrenzung von epileptischen Anfällen zu anderweitigen Anfallsereignissen sowie die Einordnung von epileptischen Anfällen in Epilepsien oder Gelegenheitsanfälle.

Das EEG-Labor verfügt über einen mobilen digitalen EEG-Messplatz sowie ein mobiles Langzeit-EEG-Gerät und mehrere PC-gestützte Auswertstationen.

Entzündliche ZNS-Erkrankungen - Multiple-Sklerose-Ambulanz

insbesondere chronisch entzündliche ZNS-Erkrankungen

Die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems ist die Multiple Sklerose. Zu den neurologischen Symptomen zählen Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Gang- und Koordinationsstörungen. Zur Sicherung der Diagnose werden klinisch-neurologische, kernspintomographische, neurophysiologische Untersuchungen sowie eine Analyse des Liquors (Nervenwasser) eingesetzt.

Die stationäre Therapie besteht in der Behandlung von Schüben in der Regel mit einer hochdosierten Cortison-Pulstherapie sowie einer symptomatischen Behandlung (z.B. Therapie der Spastik, Müdigkeit), sowie Physio- und Ergotherapie.

Neben der stationären Therapie ist in der St. Lukas Klinik auch die ambulante Therapie von Multipler Sklerose möglich, denn Oberarzt Dr. Christoph Schorn verfügt über die entsprechende Ermächtigung.

Um in der Multiple-Sklerose-Ambulanz behandelt werden zu können, benötigen Patienten eine Überweisung von einem niedergelassenen Neurologen (eine Überweisung vom Hausarzt ist nicht ausreichend). Darüber hinaus bitten wir Sie, Ihre Versichertenkarte sowie Vorbefunde wie beispielsweise MRT-Aufnahmen zum Termin mitzubringen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Patienten ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe behandelt werden können.

In der Ambulanz sind verschiedene Therapien möglich, die in Praxen teils nicht angeboten werden können. Dazu zählen beispielsweise Antikörpertherapien oder immunsuppressive Verfahren (Hemmung des Immunsystems). Auch eine Zweitmeinung können Patienten in der Ambulanz einholen.

Terminvereinbarung Multiple-Sklerose-Ambulanz:

Tanja Conrath
Telefon 02 12/7 05-1 25 14
E-Mail an Tanja Conrath

Schlaganfall/Stroke Unit

In Deutschland erleiden jährlich fast 300.000  Menschen einen Schlaganfall*, die Tendenz ist steigend.

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Mangelversorgung bestimmter Gebiete des Gehirns mit Sauerstoff. Ursache ist meist eine akute Gefäßverstopfung durch Gerinnselbildung mit nachfolgendem Gewebeuntergang (Hirninfarkt). Seltener sind Hirnblutungen verantwortlich. Die Symptome des Schlaganfalls können sehr unterschiedlich sein. Häufig treten Lähmungen,  Sprach- oder Sehstörungen auf. In der St. Lukas Klinik werden im Jahr fast 1.500 Patientinnen und Patienten aus Solingen und den umliegenden Gemeinden mit Schlaganfällen behandelt.

Der Schlaganfall ist ein Notfall. Das rasche Erkennen von Schlaganfallsymptomen und der unmittelbare Beginn einer Diagnostik und Therapie durch Spezialisten ist entscheidend für die weitere Prognose.

In der St. Lukas Klinik werden akute Schlaganfall-Patienten daher auf einer spezialisierten Abteilung, einer sogenannten „Stroke Unit“ mit aktuell zwölf zertifizierten Stroke-Betten behandelt. Hier trifft der Erkrankte auf ein gut aufeinander abgestimmtes Team aus Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften, Therapeuten und Mitarbeitern des Sozialdienstes. Während der 24- bis 72-stündigen Überwachung der Akutphase des Schlaganfalls wird bei dem Patienten permanent der Herzrhythmus und die Atemtätigkeit kontrolliert und regelmäßig Blutdruck-,Temperatur- und Blutzuckerkontrollen durchgeführt.

In einem Ultraschallabor, das der Stroke Unit unmittelbar angeschlossenen ist, wird frühzeitig mittels extra- und intrakranieller Duplex- und Dopplersonographie nach Gefäßverengungen und –verschlüssen als Schlaganfallursache gefahndet.

Außerdem werden je nach Krankheitsbild zusätzliche laborchemische Untersuchungen oder elektrophysiologische Untersuchungen (EEG, evozierte Potentiale) veranlasst.

In Kooperation mit der Abteilung Innere Medizin erfolgt die Suche nach Herzerkrankungen im Zusammenhang mit dem Schlaganfall wie z.B. Vorhofflimmern. Hierzu werden zeitnah transthorakale und transoesophageale Echokardiographien sowie Langzeit-EKGs durchgeführt.

Bei Aufnahme finden zudem CT- und/oder MRT-Untersuchungen des Gehirns statt, um den möglichen Gewebeschaden zu bestimmen, gegebenenfalls notwendige Gefäßdarstellungen (CT/MR-Angiographien) sind ebenso möglich. Sollte sich hier in der Akutphase ein relevanter Gefäßverschluss darstellen, wird der Patient in Kooperation mit radprax neuroradiologisch versorgt.

Nach dem Aufenthalt auf der Stroke Unit wird der Patient auf der Normalstation weiterbehandelt, wo die begonnenen Therapien fortgeführt werden und mit Unterstützung durch den Sozialdienst rehabilitative Maßnahmen eingeleitet werden.

Das Schlaganfallzentrum Kplus an der St. Lukas Klinik ist seit Dezember 2009 als Stroke Unit für die besondere Qualität in der Versorgung von Schlaganfallpatienten zertifiziert, seit 2019 sogar als überregionale Stroke Unit.

Die Informationsbroschüre der Stroke Unit für Patienten und Angehörige finden Sie hier.

* Quelle: Deutsche Schlaganfallhilfe

Notrufnummer des Schlaganfallzentrums

Die Notrufnummer des Schlaganfallzentrums soll sicher stellen, dass innerhalb von Solingen und dem Kreis Mettmann unmittelbar Kontakt zu dem spezialisierten Arzt aufgenommen werden kann und der Patient ohne Zeitverlust die notwendige medizinische Versorgung erhält.

Unter der Telefonnummer 02 12/7 05-1 20 20 erreichen Sie rund um die Uhr einen Arzt der Stroke Unit.

Botulinumtoxin-Ambulanz

Botox kennen die meisten Menschen aus Schönheitskosmetik: es ist ein Nervengift, dass bei der Behandlung von Falten eingesetzt werden kann. Dass Botulinumtoxin – so die korrekte Bezeichnung des Bakteriengifts – heute als speziell aufbereitetes Medikament erfolgreich gegen eine ganze Reihe neurologischer Erkrankungen eingesetzt wird, ist weniger bekannt.


In der Botulinumtoxin-Ambulanz der St. Lukas Klinik wird der Wirkstoff vor allem bei muskulärer Spastik etwa nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Auch unwillkürliche und krampfartige Bewegungsstörungen, so genannte Dystonien, besonders im Kopf- und Halsbereich können mit Botulinumtoxin behandelt werden. Die meisten Indikationen werden mittlerweile von den Krankenkassen vollständig übernommen.

Indikationen

  • neurogene muskuläre Spastik nach Schlaganfall
  • Schiefhals (zervikale Dystonie)
  • Verkrampfung einer Gesichtsseite (Hemispasmus facialis)
  • Lidkrampf (Blepharospasmus)
  • schwere chronische Migräne-Kopfschmerzen, die bisher auf keine anderen Therapien angesprochen haben
  • übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis axillaris)
  • Spitzfuß (Pes equinus) bei infantiler Zerebralparese (ICP). Bewegungsstörung nach frühkindlicher Schädigung

Wirkung von Botulinumtoxin

Der Wirkstoff wird gezielt in die betroffenen Muskeln injiziert und hemmt die Freisetzung eines Überträgerstoffes (Acetylcholin) am Übergang von Nerv zu Muskel (neuromuskuläre Endplatte). Dadurch werden die überaktiven Muskeln ruhig gestellt. Die Wirkung setzt nach ca. einer Woche ein und kann dann bis zu mehreren Monaten anhalten. Da im Verlauf die Wirkung des Botulinumtoxins nachlässt, ist eine erneute gezielte Behandlung in ca. drei Monaten notwendig.


Präparate

In der Botulinumtoxin-Ambulanz der St. Lukas Klinik werden alle zurzeit zugelassenen Präparate von Botulinumtoxin A (Botox®, Xeomin® und Dysport®) verwendet.

Behandlung in der Ambulanz

Für die Behandlung in der Botulinumtoxin-Ambulanz benötigen wir Ihre Überweisung durch einen Neurologen oder Dermatologen.

Terminvereinbarung 

Tanja Conrath
Telefon 02 12/7 05-1 25 14
E-Mail an Tanja Conrath