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Juli 2017

Solinger Malboxmobil gibt eine Perspektive für den Moment

Mit Kunst und Kreativität können sich unheilbar Kranke aktiv mit ihrer Krankheit auseinandersetzen. Die Stadt-Sparkasse Solingen unterstützt mit 4.800 Euro das Malboxmobil der St. Lukas Klinik, mit dem der Künstler Carsten Weck Schwerstkranke in ihren Krankenzimmern aufsucht, um mit ihnen gemeinsam etwas zu erschaffen.

Stehen hinter der Palliativmedizin an der St. Lukas Klinik: Stefan Grundwald, Vorsitzender des Vorstands der Stadt-Sparkasse Solingen, Klinik-Direktor Johannes Wecker, der Künstler Carsten Weck, Martin Idelberger, Sprecher der Stadt-Sparkasse Solingen, Dr. Teut-Achim Rust vom Förderverein St. Lukas und Dr. Hans Ulrich Giesen, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (von links nach rechts).

Solinger Unterstützer des Malboxmobils: Stefan Grundwald, Vorsitzender des Vorstands der Stadt-Sparkasse Solingen, Klinik-Direktor Johannes Wecker, der Künstler Carsten Weck, Martin Idelberger, Sprecher der Stadt-Sparkasse Solingen, Dr. Teut-Achim Rust vom Förderverein St. Lukas und Dr. Hans Ulrich Giesen, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (von links nach rechts). Foto: Kplus Gruppe

Die Kunst ist sein Verbündeter. Wenn Carsten Weck mit seinem Rollkoffer zu den Patienten der St. Lukas Klinik geht, hat er neben Pinseln, Farben und Leinwänden vor allem sich selbst und seinen künstlerischen Verstand im Gepäck. „Unheilbar krank zu sein, kann auch heißen, noch 20 Jahre mit eben dieser Krankheit zu leben“, sagt Carsten Weck. „Mit der eigenen Kreativität schaffen sich die Patienten eine Auszeit von der Krankheit.“ Dr. Hans Ulrich Giesen, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der St. Lukas Klinik, sieht noch mehr: „Krankheiten können existenzielle Fragen aufwerfen, Patienten werden herausgerissen aus ihren Rollen, sind auf einmal der, der Hilfe braucht und nicht mehr der, der andere stützt.“ Mit Carsten Weck erleben sie, dass sie trotz der schwächenden Krankheit etwas schaffen können, das bleibt.


Im fünften Jahr bereits begleitet Carsten Weck, der in Solingen lebt und arbeitet, vor allem onkologische Patienten auf der Malstation, einem eigens aus Mitteln des Fördervereins St. Lukas eingerichteten Atelier in einem Nebengebäude. Doch was ist mit den Patienten, die nicht mehr kommen können? Mit dieser Frage habe Carsten Weck Anfang des Jahres vor ihm gestanden, erinnert sich Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker. „Aus meiner Antwort ‚Dann nehmen Sie doch die Pinsel und gehen zu den Patienten aufs Zimmer‘, ist dann das Konzept des Malboxmobils geworden.“ Mit der Unterstützung der Stadt-Sparkasse Solingen über den Förderverein St. Lukas konnte nun ein Werkstattrollwagen und viel Material angeschafft werden, mit dem die Patienten nun arbeiten können.


„Wir sind ein lebendiger Bestandteil der Stadt, das heißt auch, dass wir als Stadt-Sparkasse Solingen Verantwortung übernehmen“, sagt Stefan Grunwald. Der Vorsitzende des Vorstands begeisterte sich gleich für das Projekt, schließlich habe jeder schon einmal einen anderen Menschen – beruflich oder privat, mehr oder weniger intensiv – begleiten müssen. „Die Kunst bietet eine Perspektive für den Moment.“


Die St. Lukas Klinik habe – wie auch die gesamte Kplus Gruppe – die palliative Versorgung unheilbarer Kranker in den Krankenhäusern und auch in den Pflegeeinrichtungen noch stärker in den Blick genommen, sagt Johannes Wecker. Dr. Hans Ulrich Giesen leitet gemeinsam mit der Palliativbeauftragten der Kplus Gruppe Silke Kirchmann das interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin. „Wir bauen ein Netzwerk mit Pflegediensten, Spezieller ambulanter Palliativversorgung und anderen Diensten“, sagt Dr. Hans Ulrich Giesen. „Das Netz reicht  über den Krankenhausaufenthalt hinaus“ Johannes Wecker: „Wir haben viele Strukturen – und wir haben die Patienten, die diese Hilfe brauchen.“



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